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Kaum Fischsterben wegen Hitze

09.09.2020 - In heißen Sommern können manche Gewässer umkippen. Für Fische ist das eine tödliche Gefahr. Der Sommer 2020 ist in Rheinland-Pfalz in dieser Hinsicht recht glimpflich verlaufen. Allerdings nicht überall.

  • Junge Aale warten auf dem Rhein bei Ingelheim auf ihre Entlassung in die Freiheit. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Junge Aale warten auf dem Rhein bei Ingelheim auf ihre Entlassung in die Freiheit. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In diesem Sommer ist es in Rheinland-Pfalz bislang kaum zu Fischsterben infolge von Hitze gekommen. «Wir hatten zwar hohe Temperaturen im Rhein und die Grenzwerte wurden angekratzt», teilte das Umweltministerium in Mainz der Deutschen Presse-Agentur mit. Dann aber sei es zum Glück nicht zu dramatischen ökologischen Ereignissen gekommen. Es gab jedoch auch Ausnahmen: Im Neuhofener Altrhein nahe dem pfälzischen Altrip verendeten Ende August viele Fische wegen Sauerstoffmangels.

Anfang August hatte das Umweltministerium angesichts hoher Wassertemperaturen im Land eine erste Warnstufe ausgerufen. Damit mussten Unternehmen, die aus Fließgewässern Kühlwasser verwenden und zurückleiten, dessen Temperatur vorher und nachher messen sowie andere Kühlmöglichkeiten prüfen. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) erklärte seinerzeit: «Hohe Wassertemperaturen gefährden die Lebewesen in unseren Gewässern.» Muscheln etwa sorgten für die Reinhaltung des Wassers. Fische änderten bei steigenden Wassertemperaturen ihr Verhalten und würden leichter krank.

Ein fast abgeschlossener und am Boden stark verschlammter Bereich des Neuhofener Altrheins war laut dem Altriper Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) bei bis zu 28 Grad Wassertemperatur gekippt. Der Fischbestand verendete. Rund 350 Kilogramm Fische trieben laut Mansky an der Wasseroberfläche: «250 Kilo sind von einem Boot aus entsorgt worden, die anderen 100 Kilo haben die Vögel weggepickt.»

Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz kann es in Seen und Altarmen von Flüssen gerade im Spätsommer und Herbst zu Fischsterben kommen - nachdem zuvor der Sauerstoffgehalt tief unten in mikrobiellen Prozessen verbraucht worden ist und die unteren Wasserschichten oft durch starken Wind nach oben gewälzt worden sind. «Fische sind mobil und meiden typischerweise Gewässerabschnitte mit schlechter Wasserqualität», ergänzte die BfG. «Sind aber Fluchtkorridore blockiert oder finden die Fische den Ausgang aus einem «umkippenden» Gewässer nicht, kommt es zum Massensterben.»

Dieses habe in der Regel keinen Einfluss auf die gesamte Tierwelt eines Flusses. Die betroffenen Lebensräume erholten sich in den darauffolgenden Jahren. Bisweilen profitieren nach Auskunft der BfG sogar einzelne Fischarten von der Ausschaltung ihrer Konkurrenz, beispielsweise Schleie und Schlammpeitzger. Diese könnten hohe Wassertemperaturen und geringe Konzentrationen von Sauerstoff vergleichsweise gut überstehen. Pionierarten wie Moderlieschen könnten vorübergehend fischfreie Gewässer nach neuer Zufuhr von Sauerstoff besonders schnell wiederbesiedeln.

Der BfG-Fischereibiologe Christian von Landwüst riet, bei größeren Gewässern mit regelmäßigem Fischsterben die Versorgung mit Sauerstoff zu verbessern oder zusätzliches Wasser aus angrenzenden Flussabschnitten einzuleiten, um mehr «Durchströmung» zu erreichen.

Im Hitzesommer 2018 war es auch in einem Fließgewässer - im Schweizer Hochrhein - zu einem Fischsterben gekommen. Betroffen waren vor allem Äschen, die schon ab Temperaturen von 23 Grad gestresst sind. Im Mittelrhein allerdings kommt diese Fischart gar nicht vor.

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