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Keine Chancen und kein Mateta: Tristesse auch mit Svensson

20.01.2021 - Die kleine Freude vom Punktgewinn gegen Dortmund ist beim FSV Mainz 05 schnell verflogen. Das verdiente 0:2 gegen Wolfsburg zeigt Coach Svensson, wie limitiert die Möglichkeiten sind. Nach dem Abgang des einzigen Top-Stürmers gilt das umso mehr.

  • Der Mainzer Trainer Bo Svensson vor dem Spiel. Foto: Torsten Silz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Mainzer Trainer Bo Svensson vor dem Spiel. Foto: Torsten Silz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit Bo Svensson möchte man in diesen Tagen nicht tauschen. Schon nach zwei Wochen seiner als Langzeitengagement angelegten Trainer-Tätigkeit bekommt der dänische Ex-Profi beim FSV Mainz 05 mit voller Wucht die Härte des Bundesliga-Geschäfts zu spüren. Das trostlose 0:2 gegen den VfL Wolfsburg ohne eigene Torchancen sorgte für die nächsten Mainzer Negativrekorde in der höchsten deutschen Spielklasse, doch den eigentlichen Schock hatte es schon vor dem Anpfiff gesetzt: Stürmer Jean-Philippe Mateta, bisher für sieben von 15 Mainzer Toren verantwortlich, wird in der Rückrunde nicht mehr für die 05er auflaufen.

«Es wäre komisch, wenn wir uns nicht alle Sorgen machen würden», sagte der 41 Jahre alte Svensson, dessen Rettungsmission in Mainz kaum weniger heikel ist als die von Kollege Christian Gross auf Schalke. Denn während der Traditionsclub aus Gelsenkirchen personell munter nachrüstet, müssen die 05er in der sportlich extrem prekären Situation auch noch den Abgang von Mateta verkraften.

«Es ist eine Überlegung von Vereinsseite, von meiner Seite, von Jean-Philippes Seite. Wir sind zu der Entscheidung gekommen, dass es für alle Seiten die beste Lösung ist», sagte Svensson. Wenn die beste Entscheidung eines offensiv schwachen Vereins darin liegt, den größten Trumpf in der Offensive abzugeben, ist der Trainer nicht zu beneiden. Der 23 Jahre alte Franzose Mateta wechselt zum Premier-League-Club Crystal Palace, er soll zunächst für eineinhalb Jahre an die Engländer ausgeliehen werden.

Sportdirektor Martin Schmidt erklärte dazu, dass man jetzt auch etwas habe, «was wir investieren können». Das ist angesichts der Situation nach der verkorksten Hinrunde mit den Trainer Achim Beierlorzer, Jan-Moritz Lichte und nun Svensson auch bitternötig. Neben Mateta gibt es in Robin Quaison nur einen weiteren Mainzer mit mehr als einem Saisontor: Er traf zweimal. Die Niederlage gegen Wolfsburg war das vierte Heimspiel in Serie ohne Tor und das neunte ohne Sieg - beides war den 05ern in ihrer Bundesliga-Historie zuvor noch nie passiert.

Über weite Strecken hatte Schmidt ein «typisches 0:0-Spiel» gesehen. Bevor Wolfsburgs Joker Bartosz Bialek in der 65. Minute zur Führung traf, hatten beide Teams nicht nennenswert auf das Tor des Gegners geschossen. «Hintenraus haben wir ein typisches 0:0-Spiel mitentschieden», befand Schmidt und meinte damit konkret die eigenen Fehler. Wolfsburgs Toptorjäger Wout Weghorst (79.) sorgte später mit seinem bereits zwölften Saisontreffer für die Entscheidung.

Die Mainzer Offensivleistung hingegen war erschreckend. Svensson versuchte Matetas Schnelligkeit, Agilität und seinen starken Abschluss zu ersetzen, indem er Karim Onisiwo und Jonathan Burkardt (beide je ein Saisontor) aufbot. Von dem Duo war gegen Wolfsburgs starke Abwehr aber wenig zu sehen.

Und in dieser Form muss Mainz in den kommenden Wochen unter anderem gegen RB Leipzig, Union Berlin, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach bestehen. Schmidt erkannte in der dritten Partie unter Svensson schon einen Aufwärtstrend. «Er dreht an den richtigen Schrauben. Die Spieler sagen, sie haben ein gutes Gefühl. Aber jetzt müssen wir die Fehler abstellen. Wenn wir die Fehler abstellen, bin ich überzeugt, dass wir zu punkten beginnen.»

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