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Landwirte nutzen neues Meldeportal zu Nitrat-Messnetz

25.05.2020 - Nach den Bauernprotesten zum Jahresbeginn können Landwirte jetzt Einwände zu den Nitrat-Messstellen über ein Internet-Portal anmelden. «Ich halte das für sehr sinnvoll», sagt Bauernverbandspräsident Hartelt.

  • Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Eberhard Hartelt. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Eberhard Hartelt. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach heftigen Bauernprotesten gegen die neue Düngeverordnung und Kritik an Nitrat-Messungen soll ein neues rheinland-pfälzisches Meldeportal für mehr Transparenz sorgen. Zu jeder Grundwasser-Messstelle im Land können Landwirte Anmerkungen anbringen, aus welchen Gründen sie dort eine Nitrat-Messung für überzogen halten. In den ersten drei Wochen gingen nach Angaben des Umweltministeriums bereits mehr als 20 Meldungen ein.

Die neue Düngeverordnung soll dafür sorgen, dass Oberflächengewässer und Grundwasser den EU-Grenzwert von 50 Milligramm (mg) Nitrat je Liter nicht länger übersteigen. Vor allem in der Vorderpfalz mit intensivem Gemüse-Anbau, aber auch in anderen Regionen wurden so Gebiete mit besonders hohen Nitratbelastungen im Grundwasser, auch «rote Gebiete» genannt, ausgewiesen. Bei Demonstrationen der bäuerlichen Protestbewegung «Land schafft Verbindung» wurde immer wieder Kritik an dem Netz dieser mehr als 700 Messstellen in Rheinland-Pfalz laut.

Das Meldeportal ermöglicht nun Meldungen mit zehn Vorgaben zu jeder einzelnen Messstelle. Für jeweils vier Messstellen seien Meldungen eingegangen, dass sich der Standort «zu dicht an einer Tierweide» oder «zu dicht an einer Kotstelle» befinde, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums mit. «Die Hinweise zu den einzelnen Messstellen werden zunächst gesammelt und dann beantwortet.»

Die Antworten des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umwelt sollen dann für alle frei im Internet einsehbar sein. So erhielten alle Interessierten Zugang zu den gleichen Informationen. «Das erhöht die Transparenz über den Status der Messstellen und auch der Einstufung der Grundwasserkörper», erklärten Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) und Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP).

«Ich halte das für sehr sinnvoll», sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt. Er hoffe, dass die ortskundigen Bauern das Meldeportal nutzten, um Messstellen in Augenschein zu nehmen. «Wenn benachbarte Messstellen unterschiedliche Ergebnisse zeigen, dann muss das überprüft werden.» So erwarte er, dass es künftig zu einer präziseren Ausweisung von «roten Gebieten» kommen werde.

«Das Portal ist gut gemacht», sagte auch Thilo Ruzycki von der bäuerlichen Protestbewegung «Land schafft Verbindung». Offensichtliche Mängel könnten so von allen gemeldet werden. «Ob sich dann etwas ändert, muss man abwarten.» Da die für das Grundwasser relevanten Vorgänge sehr komplex seien, werde jetzt überlegt, ein Gutachten dazu zu beauftragen.

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