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Lewentz findet Arbeiten im Homeoffice gewöhnungsbedürftig

31.03.2020 - Keine Symptome, die Tests auf das Coronavirus negativ: Trotzdem hat Innenminister Lewentz vorsichtshalber zwei Wochen aus dem Homeoffice gearbeitet. Grund war ein mittelbarer Kontakt zu einem Menschen, der später positiv getestet wurde. Seine Bilanz fällt gemischt aus.

  • Roger Lewentz, Innenminister von Rheinland-Pfalz, sitzt und spricht. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Roger Lewentz, Innenminister von Rheinland-Pfalz, sitzt und spricht. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Arbeiten im Homeoffice ist nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) gewöhnungsbedürftig. «Technisch ist das alles völlig unproblematisch. Mit Handy, mit Tablet und Laptop kann man in diesen Zeiten all das tun, was man im Büro macht», sagte Lewentz der Deutschen Presse-Agentur nach zweiwöchigem Arbeiten am heimischen Schreibtisch. Persönlich allerdings sei diese Art des Arbeitens für ihn eine große Umstellung: «Ich bin gern bei Menschen, ich bin sehr gern im Gespräch mit Menschen. Das ist völlig weg gefallen», sagte der 57-Jährige. «Das ist eine andere Art der Arbeit als ich sie über Jahrzehnte gewohnt gewesen bin.»

Täglich zehn bis zwölf Stunden Telefonieren und Videoschalten seien durchaus anstrengend, sagte der Minister. «Man ist abends doch ziemlich leer im Kopf.» Allerdings gebe es auch Vorteile. «Man nutzt auch mal die Gelegenheit, Telefongespräche zu führen, die man sonst vielleicht noch geschoben hätte. Es ist eine andere Art der menschlichen Nähe, die man sich erarbeiten kann.»

«Homeoffice ist eine Arbeitssituation, die anders aber sehr intensiv ist», sagte Lewentz. Viele Menschen und Unternehmer aus seiner Heimat hätten sein Homeoffice genutzt, um ihn anzurufen. Die Menschen wollten einen Rat, eine Vermittlungsmöglichkeit oder ihre Not zum Ausdruck bringen. «Das sind für viele Menschen schwere Zeiten.»

Im Kontakt mit seinen vier erwachsenen Kindern, seiner Frau und seiner Mutter in einem Altenheim bekomme er einen großen Teil des Spektrums der Pandemie mit. Seine Frau nähe zu Hause Mundschutze, die jüngste Tochter (21) setze ihr Studium in den Niederlanden derzeit von zu Hause aus online fort. Einer der Söhne habe sich bei der Bundeswehr zum Sanitätsdienst einziehen lassen, der andere arbeite als Schreiner weiter und eine Tochter arbeite studienbegleitend im Altenheim.

Die Arbeit im Homeoffice werde sicherlich auch nach der Corona-Krise zu mehr virtuellen Konferenzen führen, ist Lewentz überzeugt. «Eine Erfahrung ist, die sicher auch ein Stück nach der Krise trägt: Nicht jedes Treffen muss dadurch organisiert werden, das man aus dem ganzen Land zusammenfährt.»

Lewentz hatte nach einem mittelbaren Kontakt mit einem später positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Menschen vorsichtshalber zwei Wochen von zu Hause aus gearbeitet. Er war wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (alle SPD) als «Kontaktpersonen der Kategorie II» eingestuft worden. Er hatte aber keine Symptome einer Erkrankung an Covid-19, Tests fielen negativ aus. Ab Dienstag wird er nun wieder im Ministeriumsbüro arbeiten.

Die Einstufung der drei rheinland-pfälzischen Regierungsmitglieder unterscheidet sich von der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie ist in häuslicher Quarantäne, weil sie direkten Kontakt zu einem später positiv getesteten Mediziner hatte, der bei ihr eine vorbeugende Pneumokokken-Impfung vorgenommen hatte.

Die Bevölkerung hat nach Einschätzung des Innenministers begriffen, dass es um den Schutz der Gesundheit aller gehe. «Sie geht sehr diszipliniert und verantwortungsbewusst damit um.» Lockerungen sieht Lewentz vorerst nicht. «Das müssen wir noch eine ganz Zeit gemeinsam durchstehen.» Die nächsten drei Wochen - bis zum 19. April würden die Bestimmungen auf jeden Fall weiter gelten. «Man wird dann beurteilen müssen, wie es weitergeführt werden wird.» Lewentz rät: «Die Leute sollen sich darauf einstellen, dass es auch noch bis in den Mai weitergehen kann.»

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