Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Lewentz will Vereine bei Hochrisikospielen zur Kasse bitten

29.03.2019 - Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erwägt Rheinland-Pfalz eine Gebührenordnung für die Beteiligung von Fußballvereinen an den Kosten der Polizeieinsätze. Mainz 05 verweist auf eigene Anstrengungen für die Sicherheit.

  • Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Foto: Andreas Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Foto: Andreas Arnold/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Bei Fußballspielen mit der Gefahr von Ausschreitungen sollen die Vereine nach dem Willen von Innenminister Roger Lewentz (SPD) an den Kosten der Polizeieinsätze beteiligt werden. Lewentz begrüßte am Freitag das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das eine solche Möglichkeit für grundsätzlich möglich erklärte. «Das ist eine Frage der Gerechtigkeit», sagte Lewentz und sprach von einer eigenen Gebührenordnung für Einsatzkosten bei Hochrisikospielen. Dies sei im Interesse der Allgemeinheit und der Steuerzahler.

«Ich bin auch großer Fußball-Fan», sagte Lewentz. Aber angesichts der hohen Umsätze der Deutschen Fußball Liga (DFL) müsse der Mehraufwand für Tausende von Einsatzstunden der Polizei auch von den Vereinen mitgetragen werden, forderte der Minister und hielt dabei den jüngsten Jahresbericht der DFL in der Hand. Dabei gehe es zunächst um Hochrisikospiele der Bundesliga, erst danach könne auch über untere Ligen nachgedacht werden. «Die Treppe muss von oben gekehrt werden», sagte Lewentz.

Nach Angaben des Innenministeriums gab es in der Saison 2017/18 zwei Spiele von Mainz 05, die als Hochrisikospiel eingestuft wurden - gegen den 1. FC Köln und gegen Eintracht Frankfurt. Bei den Heimspielen von Mainz 05 und dem 1. FC Kaiserslautern - damals in der 2. Bundesliga - fielen 45 475 Einsatzstunden an, was Personalkosten von 2,77 Millionen Euro entspricht.

Lewentz unterstützte die Einladung des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD) zu einem Treffen zwischen DFL und den Innenministern, um über einen finanziellen Ausgleich der erhöhten Personalausgaben bei der Polizei zu beraten. «Die zunehmende Belastung der Polizei durch Gewaltexzesse im Stadion darf nicht alleine dem Steuerzahler aufgebürdet werden.»

Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz sprach sich für eine bundesweit einheitliche Lösung aus. «Nun stehen die Landesinnenminister in der Pflicht, dieses Thema mit großer Dringlichkeit anzugehen», erklärte der Verein. Er regte einen Fonds an, in den die Vereine einzahlen könnten.

Der Bundesligist Mainz 05 erklärte, für den Verein ergebe sich aus dem Urteil keine konkrete Konsequenz. In der Einschätzung der Sicherheitskräfte des Vereins habe Mainz 05 in der vergangenen und aktuellen Saison kein Hochrisikospiel ausgetragen. Der Verein sehe seine Zuständigkeit darin, «die Sicherheit unserer Veranstaltung zu gewährleisten». Mainz 05 verwies auf den vereinseigenen Ordnungsdienst und jährliche Ausgaben für Sicherheit von etwa einer Million Euro. «Polizeieinsätze außerhalb unseres Einflussbereiches dienen in unserer Einschätzung dem Schutz des öffentlichen Raumes und nicht dem Schutz der Veranstaltung.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren