Mehr Impftermine am Wochenende

14.04.2021 Noch nicht einmal jeder zweite 60- bis 69-Jährige hat sich für eine Corona-Schutzimpfung registrieren lassen. Am Wochenende gibt es kurzfristig neue Termine in den Impfzentren. Deutlich mehr Impfstoff soll es im Mai geben.

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Sabine Bätzing-Lichtenthäler hält eine Aufhebung der Prioritäten bei den Corona-Schutzimpfungen ab Ende Mai für möglich. Voraussetzung sei allerdings, dass bis dahin die vom Bund angekündigten Mengen an Impfstoff kämen und die niedergelassenen Ärzte voll mitimpfen könnten, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Mainz. Das Bundesgesundheitsministerium habe aber noch keine konkreten Zusagen über den verfügbaren Stoff für Mai gemacht, obwohl dies eigentlich immer schon sechs Wochen vorher feststehen solle.

Bei einer Sonderaktion in den 32 Impfzentren des Landes sollen am Wochenende 40 000 Spritzen gegen das Coronavirus gesetzt werden. Das Angebot gilt für Menschen der Prioritätsgruppen, die bereits im Termin-Pool des Landes registriert sind. Die Ministerin forderte die Betroffenen auf, regelmäßig in ihre E-Mail-Postfächer zu schauen und dabei auch die Spam-Ordner zu kontrollieren, falls die Bestätigung für die kurzfristig anberaumten Termine nicht rechtzeitig mit der Post komme. Wie viele von den 40 000 Terminen zusätzlich sind, war aber zunächst nicht klar.

Wer eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekomme habe, werde in der Regel als zweites Biontech oder Moderna erhalten. Die fast 90 000 Termine für diese Zweitimpfungen in den Zentren bleiben bestehen; die Betroffenen müssten sich nicht erneut melden, sagte die Ministerin. Möglich sei auf Wunsch auch eine Zweitimpfung mit Astrazeneca - dazu werde es aber dann ein individuelles Arztgespräch geben. Die Haltung gegenüber Astrazeneca sei sehr ambivalent, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Auch manche Ältere wollten es nicht, manche Jüngere würden sich auch damit impfen lassen.

Bis zu 1000 Termine in den Impfzentren würden derzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrgenommen, sagte Impfkoordinator Alexander Wilhelm (SPD). Manche hätten vorher auch einen Termin bei ihrem Hausarzt bekommen. Er forderte die Menschen auf, die Termine in den Impfzentren zu stornieren und nicht einfach verfallen zu lassen.

Von der Verzögerung des Marktstarts von Johnson & Johnson seien in Rheinland-Pfalz rund 12 000 Dosen betroffen, sagte die Ministerin. Diese seien vor allem für Aufnahmeeinrichtungen von Asylbewerbern, Einrichtungen für Wohnungslose und Frauenhäuser gedacht, weil eine Impfung für den Vollschutz ausreiche.

Derzeit werde in den Impfzentren vor allem die Prioritätsgruppe zwei geimpft, das seien vor allem 70- bis 79-Jährige, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Anmeldungen seien aber für Gruppe drei bereits geöffnet. Von den rund 550 000 Menschen im Alter zwischen 60 und 69 Jahren hätten sich bislang aber erst 150 000 gemeldet.

Die Zweitimpfungen nehmen von dieser Woche Fahrt auf: Diese und nächste Woche seien je 40 000 und damit doppelt so viele wie vergangene Woche geplant. In den Wochen darauf seien es 60 000 und 86 000. Dazu kämen je 120 000 Erstimpfungen in dieser und der nächsten Woche.

Mehr als 5000 Krebspatienten würden jetzt in den zehn Schwerpunktpraxen des Landes geimpft. Rund 4000 BASF-Beschäftigte der Gruppe mit der zweithöchsten Priorität werden bei einem Modellprojekt auf dem Firmengelände geimpft.

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