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Mehr Straftaten an Bahnhöfen: Vor allem Diebstähle

10.10.2019 - Vorsicht vor Fahrrad- und Taschendieben an Bahnhöfen. Der Anstieg der angezeigten Straftaten hat aber auch mit mehr Kontrollen zu tun.

  • Ein Hinweisplakat warnt auf dem Bahnhof Alexanderplatz in Berlin in mehreren Sprachen vor Taschendiebstahl. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hinweisplakat warnt auf dem Bahnhof Alexanderplatz in Berlin in mehreren Sprachen vor Taschendiebstahl. Foto: Christophe Gateau/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Diebstähle, Drogen und Körperverletzung: Die Zahl der Straftaten an rheinland-pfälzischen Bahnhöfen hat zugenommen. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 3032 Taten an und in solchen Gebäuden, 493 mehr als im Jahr zuvor. Das teilte das Innenministerium in Mainz auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Heribert Friedmann mit. Die ausländerrechtlichen Verstöße abgezogen waren es 2967 Straftaten - ein Plus von 470 gegenüber 2017.

Unter den Straftaten sind besonders viele Diebstähle: Rund 960 Fälle wurden angezeigt, eine Zunahme von 109. Vor allem Fahrräder wurden geklaut: 677 und damit 26 mehr als 2017. Taschendiebe schlugen 51 Mal zu, 9 Fälle mehr als im Vorjahr. Häufig waren neben Diebstählen auch Rauschgiftdelikte mit 809 Fällen - eine Steigerung von 124. Körperverletzung wurde in 408 Fällen angezeigt, das waren 109 mehr.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erhebt erst seit 2017 über einen Katalog Tatorte wie Bahnsteig, Bahnhofsgebäude, Busbahnhof und Bahnhofsvorplatz. Diese sind in der Antwort zusammenfasst. Vergleichszahlen vor 2017 gibt es nicht.

Die meisten Straftaten wurden in Mainz, Koblenz und Kaiserslautern angezeigt - den drei größten Personenbahnhöfen in Rheinland-Pfalz. In der Landeshauptstadt sind nach Angaben der Deutschen Bahn jeden Tag durchschnittlich rund 72 000 Menschen am Bahnhof unterwegs. In den Koblenzer Bahnhof zieht es täglich etwa 28 000 Reisende und Besucher in Kaiserslautern werden täglich etwa 24 000 Besucher gezählt.

Die für die Bahnhöfe zuständige Bundespolizei sieht auch ein Plus beim Hausfriedensbruch sowie beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und ähnliche Berufsgruppen. Beim Hausfriedensbruch seien auch vermehrte Kontrollen in den Bahnhöfen ein Grund, sagte eine Sprecherin. Die Live-Videoüberwachung in den Bahnhöfen und Zügen ermögliche zudem die Überführung mutmaßlicher Täter und habe eine abschreckende Wirkung vor Übergriffen. Die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz seien im Jahresvergleich zurückgegangen.

Die Bundespolizei geht in den Bahnhöfen in Rheinland-Pfalz regelmäßig Streife, sagte eine Sprecherin. Größere Bahnhöfe wie Mainz, Kaiserslautern, Koblenz und Trier seien zudem durchgehend mit Bundespolizisten besetzt. Es gebe auch regelmäßig Schwerpunkteinsätze, insbesondere bei Veranstaltungen und im Fußballfanreiseverkehr. «Sollten Fallzahlen steigen, macht das die Bahnhöfe nicht per se unsicherer», betonte die Sprecherin der Bundespolizei. Festgestellte Kontrolldelikte seien auch auf die Präsenz und die Feststellungen der Einsatzkräfte zurückzuführen.

Bahnhöfe können wegen der Häufung von Menschen und Kriminalitätsphänomenen gefährliche Orte sein, sagt der Sprecher der Mainzer Polizei Rinaldo Roberto. Belästigungen und Taschendiebstähle nennt er als Beispiele. Die Polizei in Mainz, Koblenz und Kaiserslautern hat daher nach eigenen Angaben den Bahnhof und die angrenzenden Straßen auch verstärkt im Blick. Videoüberwachung, konzertierte Aktionen oder spezielle Arbeitsgruppen gebe es derzeit aber nicht.

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