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Neue Technik: Verbrechensopfer nach 26 Jahren identifiziert

14.09.2020 - 26 Jahre lang war unbekannt, wer der Tote war, der in Müllsäcken verpackt in einem Wald gefunden worden war. Jetzt konnte seine Identität geklärt werden. Die Polizei will nun die Täter finden.

  • Blick auf ein Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf ein Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es waren Mini-Teile seiner Fingerabdrücke, die den Durchbruch brachten: Mehr als zweieinhalb Jahrzehnte nach dem Fund einer Leiche in Idar-Oberstein hat die Polizei die Identität des einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallenen Mannes geklärt. Es handle sich nach derzeitigem Kenntnisstand um einen gebürtigen Polen namens Ryszard Gorczyca, der zum Tatzeitpunkt 46 Jahre alt war, teilten die Ermittler am Montag mit.

Über neue technische Möglichkeiten habe man die Fragmente der Fingerabdrücke, die man damals bei dem Toten sichergestellt hatte, jetzt zuordnen können, sagte ein Sprecher der Polizei in Trier am Montag. Dabei habe geholfen, dass die Ermittler mittlerweile unter anderem auch in Polen Daten gegenchecken könnten. «Und das Ganze hat dann zu einem Treffer geführt», sagte der Sprecher.

Die Leiche des Mannes war im März 1994 in einem Waldstück nahe Georg-Weierbach, einem Stadtteil von Idar-Oberstein (Landkreis Birkenfeld), von drei Waldarbeitern entdeckt worden. Der Tote war in einem Bundeswehrschlafsack und blauen Müllsäcken verpackt. Bei dem Opfer wurden Verletzungen festgestellt, die eindeutig auf ein Gewaltverbrechen schließen ließen. Man ging von einem Todeszeitpunkt zwischen Oktober 1993 und März 1994 aus.

Trotz auffälliger Tätowierungen auf Brust und Armen war eine Identifizierung lange Zeit nicht möglich. Nun ist das aber gelungen - und die Polizei sucht nach Zeugen, die bei der Aufklärung des Verbrechens helfen können. Gorczyca soll damals in Idar-Oberstein gewohnt haben, sich zeitweise aber auch in Polen aufgehalten haben. Er war nach 1989 mit seiner Familie von Danzig in den Raum Idar-Oberstein gezogen.

Nach bisherigen Ermittlungen geht die Kripo davon aus, dass der Mann nicht am Fundort seines Leichnams getötet wurde. Die Leiche sei vermutlich mit einem Fahrzeug in den Wald gebracht worden, teilte die Kriminaldirektion Trier mit. Mindestens zwei Personen sollen die Leiche dorthin gebracht und vergraben haben.

Über die Identifizierung hoffe man, den Fall noch aufzuklären, sagte der Polizeisprecher. Vielleicht gebe es Leute, die ihn gekannt hätten. Denn für die Polizei sei es nach 26 Jahren «schwierig, das Umfeld zu erhellen: Mit wem er Kontakt hatte oder nicht». Dass die Ermittler bei einem lange zurückliegenden Fall neue Erkenntnisse bekämen, sei nicht ungewöhnlich: «Wir schauen immer wieder da hinein: Ob man neue Ansätze hat oder neue technischen Möglichkeiten, die einen weiterbringen.»

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