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Neuer Kita-Fachkräfteverband: Bildungsqualität verbessern

28.09.2020 - Mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung ist das Ziel, der wissenschaftlich empfohlene Personalschlüssel ist das Maß. Bildungsministerin Hubig begrüßt die Gründung des Verbands der Kita-Fachkräfte in Rheinland-Pfalz.

  • Claudia Theobald, Vorsitzende des neu gegründeten Kita-Fachkräfteverbands Rheinland-Pfalz. Foto: Claudia Theobald/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Claudia Theobald, Vorsitzende des neu gegründeten Kita-Fachkräfteverbands Rheinland-Pfalz. Foto: Claudia Theobald/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund 100 Erzieherinnen und Erzieher haben sich in Rheinland-Pfalz zu einem neuen Kita-Fachkräfteverband zusammengeschlossen. «Wir wollen damit die Lücke schließen, dass wir keinen eigenen Berufsverband haben», sagte die Vorsitzende Claudia Theobald der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gut, dass sich Gewerkschaften um höhere Tarife für die Beschäftigten bemühten. Der neue Fachkräfteverband wolle sich vor allem für eine möglichst hohe Qualität der frühkindlichen Bildung in den Kindertagesstätten einsetzen.

«Die pädagogischen Fachkräfte in unserem Land leisten jeden Tag wichtige Arbeit für die frühkindliche Bildung unserer Kinder», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) und gratulierte dem Kita-Fachkräfteverband zur Gründung. Es sei gut, «wenn sich die Fachkräfte austauschen, zusammentun, ihre Stimme in der Gesellschaft stärken und so dazu beitragen, dass ihre wertvolle Arbeit noch stärker gesehen wird.»

Der am 25. August in Zornheim bei Mainz gegründete Verband setzt mit seinen Forderungen am wissenschaftlich empfohlenen Personalschlüssel an. Für Kinder von 1 bis 3 Jahren wird ein Verhältnis von einer Fachkraft auf drei Kinder gefordert, für Kinder von 3 bis 6 Jahren ein Personalschlüssel von 1:7,5. Der Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung ergab für Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rein rechnerisch ein Verhältnis von 3,7 Kindern auf eine Fachkraft in der Krippe und von 8,6 im Kindergarten. Zwei Jahre zuvor waren es noch 3,5 bei den Kleinen und ebenfalls 8,6 bei den Älteren.

«Mir ist klar, dass man nicht von heute auf morgen alles erreichen kann», sagte die 52-jährige Erzieherin Claudia Theobald, die in einer katholischen Kita in Haßloch (Kreis Bad Dürkheim) arbeitet. Schließlich sei sie seit über 30 Jahren im Beruf. «Ich wäre aber schon glücklich, wenn von politischer Seite ein Eingeständnis kommen würde, dass es Probleme gibt.»

Der Verband wolle einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen, auch mit den Eltern ins Gespräch kommen, wie der Kita-Alltag für die Kinder gestaltet sein soll: «Wollen wir, dass sie möglichst satt, sauber und unverletzt abgeholt werden, oder wollen wir, dass die Kitas Lebensstätten werden?» Die Probleme seien bundesweit ähnlich. Daher sollten Bund, Länder und Kommunen ein gemeinsames Finanzierungskonzept auf die Beine stellen. «Bisher zeigt jeder mit dem Finger auf die anderen.»

Die familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Simone Huth-Haage, sagte: «Bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die wichtige Arbeit der Kitas ist die Einbeziehung der Stimme aus der Praxis unverzichtbar.» Die pädagogischen Fachkräfte vor Ort wüssten, worauf es ankomme. Dieser Sachverstand hätte nicht zuletzt bei der jüngsten Kita-Novelle und im Kontext der vielen Regelungen wegen der Corona-Pandemie viel stärker berücksichtigt werden müssen, kritisierte die CDU-Abgeordnete. Von der Landesregierung erwarte sie, «dass sie diese Stimme aus der Praxis nicht nur hört, sondern auch ernst nimmt.»

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