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Niedrigwasser: Bundesanstalt besorgt über angelaufenes Jahr

17.04.2020 - Mit Besorgnis blickt die Bundesanstalt für Gewässerkunde hinsichtlich eines möglichen Niedrigwassers am Rhein auf das Jahr 2020. «Sollte die Niederschlagsarmut fortdauern, sehen wir schätzungsweise im Laufe des Mai einer neuen Niedrigwasserphase entgegen», sagte der Experte Jörg Uwe Belz der Deutschen Presse-Agentur. Zwar seien die Wasserstände und Abflüsse momentan noch nicht im extremen Niedrigwasserbereich, betonte er. «Aber sie liegen deutlich unter dem jahreszeitlich Normalen.»

  • Ein Frachtschiff passiert bei Niedrigwasser eine Sandbank und wird von einem Sportboot überholt. Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Frachtschiff passiert bei Niedrigwasser eine Sandbank und wird von einem Sportboot überholt. Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leichte Behinderungen in der Schifffahrt lägen bereits vor. «Die daraus resultierende geringere Abladung der Schiffe wird derzeit finanziell mit sogenannten Kleinwasserzuschlägen kompensiert.» Nach den teils niederschlagsreichen Wintermonaten hätten sich zwar die ausgleichend wirkenden Grundwasserstände im Rheingebiet etwas erholt. «Und sie weisen insgesamt im Einzugsgebiet bis Kaub überdurchschnittliche Niveaus auf. Dafür sind aber die Schneerücklagen in den Alpen unterdurchschnittlich», meinte Belz.

Im Rückblick sei das Jahr 2019 bundesweit ein weitaus weniger extremes Niedrigwasserjahr gewesen als 2018, sagte der Experte der Bundesanstalt für Gewässerkunde. «Hintergrund dafür waren die reichlichen Schneerücklagen des Winters 2018/19 im alpinen Teil des Rheingebietes, die bis zum Frühsommer allmählich abschmolzen», betonte Belz. Zudem seien im Westen Deutschlands vor allem in der zweiten Jahreshälfte ergiebigere Niederschläge verzeichnet worden.

Niedrigwasser hatte 2018 der Natur und der Wirtschaft am Rhein massive Probleme bereitet. Frachtschiffe konnten nur zu zwei Dritteln oder weniger beladen werden. Vor allem Fabriken, die über den Rhein mit Rohstoffen versorgt werden, mussten ihre Produktion drosseln - etwa der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) macht sich für eine Vertiefung um 20 Zentimeter an wenigen Stellen im Rhein stark.

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