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Notquartiere: Gesundheitsministerin schreibt Kommunen an

31.03.2020 - Nach der Einrichtung von Notquartieren für Corona-Patienten in mehreren rheinland-pfälzischen Städten hat Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) die Kommunen um frühzeitige Abstimmung gebeten. Angesichts dramatischer Bilder aus Italien, Spanien oder Frankreich könne sie verstehen, dass einzelne Städte und Landkreise nach Möglichkeiten für zusätzliche Unterbringungs- oder Behandlungskapazitäten suchten, erklärte die Ministerin am Dienstag in Mainz. Dies sei grundsätzlich in eigener Zuständigkeit der Kommunen möglich. Bei einer geplanten Heil- und Krankenbehandlung sollte aber «eine enge Abstimmung mit Krankenhäusern und dem Gesundheitsministerium erfolgen», fügte Bätzing-Lichtenthäler hinzu. Deswegen habe sie jetzt Oberbürgermeister und Landräte in Rheinland-Pfalz angeschrieben.

  • Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz, sitzt im Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz, sitzt im Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Vorstandsvorsitzende der Unimedizin Mainz, Norbert Pfeiffer, erklärte, dass sich der Zustand von Corona-Patienten von einem Tag auf den anderen so sehr verschlechtern könne, dass eine intensivmedizinische Behandlung einschließlich einer Beatmung erforderlich werde. «Eine Unterbringung von vermeintlich leicht Erkrankten in Behelfseinrichtungen ist in Rheinland-Pfalz daher weder ratsam noch notwendig.» Zudem sollten ärztliches Personal und Krankenpflegepersonal nicht durch Aufteilung auf zusätzliche Standorte geschwächt werden.

In Ludwigshafen hat das Technische Hilfswerk (THW) in der Friedrich-Ebert-Halle ein Notquartier zur möglichen Behandlung künftiger Infizierter mit dem neuartigen Coronavirus eingerichtet. An der Spielstätte des Handballbundesligisten Eulen Ludwigshafen stehen etwa 200 Feldbetten. In Koblenz wurden zwei Schulsporthallen mit Feldbetten bestückt. Diese einfach gehaltenen «Pflegehilfseinrichtungen» sind nach Angaben der Feuerwehr als «Überlauf für leichtere Fälle» gedacht, falls die Krankenhäuser im Raum Koblenz wegen steigender Patientenzahlen irgendwann ausgelastet sein sollten.

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