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Orkanschäden verschärfen Situation für den Wald

23.02.2020 - Vor allem im Westerwald hat «Sabine» gewütet. Jetzt wird das Holz der umgestürzten Bäume geborgen, bevor Borkenkäfer ihre Eier ablegen. Die zusätzlichen Schäden treffen den Wald in einer Zeit ohnehin hoher Belastungen.

  • Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) äussert sich vor der Presse. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) äussert sich vor der Presse. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neuhäusel (dpa/lrs) - Die Schäden des Orkans «Sabine» haben die kritische Situation der Wälder in Rheinland-Pfalz weiter verschärft. Mindestens 400 000 Festmeter Holz fielen dem Orkan in zwei Nächten zum Opfer - das bedeutet weit mehr als 100 000 Bäume. Meist seien einzelne Bäume betroffen gewesen, teilte das Forstministerium in Mainz in einer vorläufigen Bilanz mit. Zu etwa einem Viertel stürzten Bäume auf größeren Flächen um. Kahlflächen im Wald sollen nachgepflanzt werden.

Erhebliche Schäden gab es im Westerwald, bei Höhr-Grenzhausen sowie zwischen den Ortschaften Simmern und Hillscheid am Rand des Rheintals nordöstlich von Koblenz. «Da hat es richtig reingeschlagen», sagt der Leiter des Forstamts Neuhäusel, Friedbert Ritter. «Wir haben etwa 35 000 Festmeter an Sturmschäden, also nahezu zehn Prozent der Gesamtschäden in Rheinland-Pfalz.»

Betroffen sind vor allem Fichten und Lärchen, «darunter leider auch frische und gesunde Bäume», aber auch Buchen und Eichen - «auch teilweise flächig, was sehr schmerzlich ist», sagte Ritter. Die Zahl der umgestürzten Nadelbäume in seinem Bereich schätzt der Förster auf 15 000 bis 20 000, die der Laubbäume auf 2000 bis 2500.

Das Holz der Bäume soll nun geborgen und nass gelagert werden. Weil der Holzmarkt wegen der starken Buchenkäferschäden ohnehin angespannt ist, soll es nach Möglichkeit erst in zwei oder drei Jahren auf den Markt gebracht werden.

Auch in anderen Landesteilen habe es Schäden gegeben, erklärte das Ministerium. Mit 210 000 Festmetern war aber der Westerwald am stärksten betroffen. Landesweit waren neun von zehn umgestürzten Bäumen Fichten, die auch am stärksten unter der Borkenkäferart Buchdrucker zu leiden haben. Diese Schäden sind ungleich größer als die durch den Orkan, der in den Nächten zum 10. und zum 11. Februar übers Land zog. In den trockenwarmen Jahren 2018 und 2019 wurden durch Käferbefall rund drei Millionen Festmeter Fichtenholz zerstört.

«Für das Windwurf-Holz gilt: Es muss so schnell wie möglich aus dem Wald», erklärte das Umweltministerium. Wenn das Holz noch frisch sei, biete es Brutraum für den Borkenkäfer. Und ein toter Baum könne sich nicht gegen die Angriffe des Borkenkäfers wehren. Der Buchdrucker beginne bei Temperaturen von 16 bis 18 Grad zu fliegen, so dass es noch etwas Zeit gebe, sagte Förster Ritter.

«Der Wald leidet massiv unter den Auswirkungen der Klimakrise», sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Ereignisse wie Dürre und Stürme verstärkten sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf den Wald. Ein von Trockenheit geschwächter Baum habe in einem Sturm weniger Standfestigkeit. Vom Wind umgeworfene Bäume wiederum trügen zur Vermehrung des Borkenkäfers bei.

Da viele Schädlinge auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert seien, bemüht sich die Forstverwaltung um Mischwälder mit klimaangepassten, standortgerechten und vielfältigen Baumarten. Zwischen Gebieten mit neu angepflanzten Bäumen lassen die Förster Raum für die natürliche Dynamik des Waldes - für Samen, die zu Boden fallen und keimen oder von Tieren verbreitet werden.

Im Saarland werden die Schäden durch den Orkan «Sabine» mit rund 5000 Festmetern beziffert, wobei auch dort vor allem Fichten umgeweht wurden. Am stärksten betroffen war der Wald um Tholey.

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