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Rettung geglückt: FCK kann Neustart angehen

29.10.2020 - Der 1. FC Kaiserslautern hat dank der Zustimmung der Gläubiger den dringend erforderlichen Schuldenschnitt vollzogen. Die Erleichterung bei den Verantwortlichen ist groß.

  • Rote Leitkegel stehen um einen auf den Rasen gesprühten Schriftzug «1. FCK». Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rote Leitkegel stehen um einen auf den Rasen gesprühten Schriftzug «1. FCK». Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach viel Unruhe in den vergangenen Monaten rund Investorensuche und Entschuldung hat Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern am Donnerstag den entscheidenden Schritt zur finanziellen Gesundung gemacht. Auf einer Gläubigerversammlung im Fritz-Walter-Stadion stimmten die Gläubigergruppen einstimmig für die Annahme des in wenigen Monaten ausgearbeiteten Insolvenzplans der Kapitalgesellschaft auf Aktien.

«Der Plan, dem die Gläubiger zugestimmt haben, schafft meines Erachtens einen fairen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen. Auf der einen Seite werden die Gläubiger befriedet, andererseits kann sich der 1. FC Kaiserslautern sportlich weiterentwickeln. Das Fundament dafür ist jetzt gelegt», resümierte Sachwalter Andreas Kleinschmidt.

Kaiserslauterns Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt zeigte sich nach der rund zweistündigen Versammlung erleichtert und auch ein wenig ergriffen über deren Ausgang. Nach den schwierigen Verhandlungen in den vergangenen Monaten fiel von ihm sichtlich eine Last ab. «Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung. Das ist eine gute Nachricht für den FCK, um in Zukunft weiter existieren zu können. Ich danke allen an diesem Verfahren Beteiligten», sagte Voigt mit leicht gebrochener Stimme.

Der Geschäftsführer betonte nochmals, dass man sich den Weg in die Insolvenz nicht ausgesucht habe, um darüber Schulden zu verlieren. Das Insolvenzverfahren sei für den viermaligen deutschen Meister vielmehr alternativlos gewesen.

Die regionale Investorengruppe «Saar-Pfalz-Invest GmbH» wird nun im nächsten Schritt in mehreren Tranchen insgesamt rund elf Millionen Euro investieren und dem FCK so das dringend benötigte Kapital zuführen. Im Gegenzug erhält die Gruppe 33 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft. Außerdem kommen die Investoren auch für die Insolvenzquote von einer Million Euro auf. Die Gläubiger erhalten jeweils noch vier Prozent ihres Geldes. Die Summe soll möglichst zeitnah ausgezahlt werden. «Auch an unsere Investoren muss ich einen großen Dank aussprechen. Sie haben uns in die Situation versetzt, dass wir weiter existieren können. Das muss man so klar sagen», sagte Voigt.

Der Generalbevollmächtigte der KGaA, Dirk Eichelbaum, war froh, dass das am 1. September eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nun in den kommenden Wochen erfolgreich abgeschlossen werden kann: «Als wir Mitte Juni den Antrag gestellt hatten, war das klare Ziel, bis zum 100. Geburtstag von Fritz Walter mit dem Verfahren durch zu sein. Das ist uns gelungen. Ich bedanke mich für das Vertrauen, dass die Gläubiger in uns gesetzt haben und hoffe, dass der FCK nun auch seine sportlichen Ziele umsetzen kann.»

Wirtschaftlich habe der Club nun erst einmal den Rücken frei, was vor dem Hintergrund des erneut anstehenden Lockdowns in der Corona-Pandemie ein wichtiges Zeichen sei, sagte Eichelbaum. Der Beiratsvorsitzende Markus Merk betonte, man könne sich nun «auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele konzentrieren».

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