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Rhein und Mosel werden zu warm: Sorge um Muscheln und Fische

04.08.2020 - Wegen steigender Temperaturen in den Flüssen hat das Umweltministerium Rheinland-Pfalz eine erste Warnstufe ausgerufen. Damit müssen Unternehmen, die Kühlwasser aus Fließgewässern verwenden, Vorsorgemaßnahmen treffen, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Die steigende Wassertemperatur in Flüssen könne das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören und zu einem Fischsterben führen, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).

  • Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) spricht zur Presse. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) spricht zur Presse. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rhein bei Mainz erreichte am Dienstag eine Temperatur von 25,3 Grad, die Mosel bei Palzem 24,5 Grad. An den übrigen Rheinpegeln sowie an Saar, Nahe und Lahn liegen die Temperaturen noch darunter. Doch wird bis Sonntag befürchtet, dass die Rheinwassertemperatur in Mainz die Marke von 27 Grad und damit die zweite Warnstufe erreichen könnte.

«Hohe Wassertemperaturen gefährden die Lebewesen in unseren Gewässern», sagte Höfken. Lebewesen wie Muscheln sorgten für die Reinhaltung des Wassers. Bei Fischen führten steigende Wassertemperaturen zu Verhaltensänderungen und erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten.

In der ersten Handlungsstufe des Konzepts werden die Wärmeeinleiter von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) angeschrieben und aufgefordert, vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören etwa die Messung der Gewässertemperatur vor und nach der Einleitung von Kühlwasser sowie die Prüfung, ob andere Kühlmöglichkeiten für den Betrieb genutzt werden können. In der zweiten, dritten und vierten Handlungsstufe sind weiter reichende Maßnahmen vorgesehen bis hin zur Produktionseinstellung. Im vergangenen Jahr wurde die Stufe 2 ausgerufen, 2018 auch die Stufe 3. Die höchste Stufe 4 wird ausgerufen, wenn die Gewässertemperatur im Rhein 29 Grad überschreitet. Dazu ist es in Rheinland-Pfalz bislang noch nicht gekommen.

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