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Rheingoldhallenbrand wirft Sanierung um halbes Jahr zurück

02.07.2019 - Bei der Sanierung der Mainzer Rheingoldhalle ist Eile geboten. Sollte sie zu lange dauern, könnten Fördermittel in Millionenhöhe wegfallen. Der Brand im Mai verzögert das Vorhaben. Jetzt gibt es ein neues Problem: Asbest.

  • Feuerwehrleute löschen von Drehleitern aus ein Feuer, das in der Rheingoldhalle ausgebrochen war. Foto: Silas Stein/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Feuerwehrleute löschen von Drehleitern aus ein Feuer, das in der Rheingoldhalle ausgebrochen war. Foto: Silas Stein/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Die Sanierung der Mainzer Rheingoldhalle wird durch den Großbrand im Mai um ein halbes Jahr zurückgeworfen. «Es wird uns sechs Monate nach hinten treiben. Das tut uns weh», sagte Bürgermeister Günter Beck (Grüne) bei einer Zwischenbilanz zu den Aufräumarbeiten am Dienstag in Mainz. Es sei aber trotzdem geplant, den Fertigstellungstermin Ende 2020 einzuhalten.

«Es hätte schlimmer sein können als die Ergebnisse, die wir heute haben», sagte Beck. Statik und Bausubstanz der Halle seien bei dem Brand nicht angegriffen worden. «Was uns aber große Bauchschmerzen bereitet, ist die Beseitigung der Schäden durch den Brand», sagte er. Aktuell werde das Dach abgedichtet - in dem Bereich war das Feuer am 16. Mai ausgebrochen. Weil die Wandkonstruktion durch Löschwasser durchfeuchtet sei, müssten in mühsamer Kleinarbeit Böden entfernt und Estrich abgetragen werden. Auch das Parkett ist angegriffen. Beziffern könne man die Schadenshöhe noch nicht.

«Der ganze Zeitplan ist zerschossen», sagte Beck. Mit der Sanierung könne es erst Ende Oktober weitergehen. Trotz des Rückschlags sei man aber zuversichtlich, die Arbeiten bis Ende 2020 abschließen zu können. Denn ansonsten könnten an diese Frist gekoppelte Fördermittel vom Bund in Höhe von 4,8 Millionen Euro verloren gehen. Die für dieses Jahr geplanten Arbeiten sollen daher parallel zu den für 2020 geplanten Baumaßnahmen stattfinden. «Wir strukturieren die gesamte Baustelle um», sagte Beck. Es werde schwierig, die Baustelle nach der Verzögerung wieder in Gang zu bringen, da Baufirmen ja von der Baustelle abgerückt seien und andere Aufträge hätten. Die Firmen seien aber kooperativ.

Wegen des Brandes könnten drei bis vier der fünf gebuchten Kongresse in diesem Jahr nicht stattfinden, sagte August Moderer, der Geschäftsführer von mainzplus Citymarketing. 2020 müssten 70 Veranstaltungen umdisponiert werden. Betroffen sind Events im großen Kongress-Saal - und damit auch die Fastnacht. Es habe nach dem Brand noch ein klein wenig Hoffnung gegeben, dennoch in den Saal zu können, sagte Michael Bonewitz vom Mainzer Carneval-Verein. Jetzt müsse man Alternativen finden. «Es ist Eile geboten», sagte er, man wolle ja schon bald Karten verkaufen können.

Am Montag kam mit einem Asbestfund ein neues Problem hinzu. Es gebe daher aktuell einen Stopp auf der Baustelle, sagte Beck. Der Asbest sei in der Raumluft nachgewiesen worden, die kontaminierte Stelle sei noch nicht gefunden, sagte er. Erst wenn dies der Fall sei, könne es weitergehen. Möglicherweise befinde sich die Stelle in einem Bereich, den die Feuerwehr bei den Löscharbeiten durchbrochen habe.

Asbest wurde früher vielfach als Baumaterial verwendet. Weil es Krebs und andere Krankheiten auslösen kann, ist es in Deutschland seit 1993 und EU-weit seit 2005 verboten.

Das Feuer war am 16. Mai ausgebrochen und sei «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Bauarbeiten im Kongresssaal» zurückzuführen, hatte die Polizei damals mitgeteilt. Spezialisten hatten als Stelle des Brandausbruchs eine Mauerfuge ausgemacht. Die Ermittlungen dauern aber noch an, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mainz, Gerd Deutschler, am Dienstag mitteilte. Zahlreiche Zeugen - etwa Arbeiter und andere auf der Baustelle tätige Personen - seien vernommen worden oder seien noch zu vernehmen, sagte er. Außerdem stünden noch Ergebnisse von Sachverständigen aus. Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Tat gebe es nicht. Er rechne «nicht mit einem sehr zeitnahen Ergebnis» der Ermittlungen, sagte er.

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