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Rheinland-Pfalz: Zahl der Auszubildenden auf 20-Jahres-Tief

12.06.2020 - Die Zahl der Azubis ist schon vor Corona erneut gesunken. DGB-Chef Muscheid befürchtet, dass nach der Krise viele junge Menschen abgehängt werden.

  • Ein Auszubildender setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Auszubildender setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Auszubildenden in Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2019 einen neuen Tiefstand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes befanden sich im vergangenen Jahr knapp 64 900 junge Menschen in einer Ausbildung, davon 19 900 im Handwerk und 35 700 im Bereich Industrie und Handel. Die Zahl liegt abermals leicht unter der des Vorjahrs, wie die Behörde am Freitag in Bad Ems weiter mitteilte. Zwischen 1999 und 2019 sei die Zahl der Auszubildenden um rund 36 Prozent gesunken. Den Rückgang führen die Statistiker etwa darauf zurück, dass zum Beispiel das Handwerk mit anderen Ausbildungs- und Studienangebote konkurrieren muss.

Die Daten stammen den Angaben nach von den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen, etwa der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Diese liefern die Zahlen demnach einmal im Jahr an die Statistikbehörde.

«Die Auswirkungen der Corona-Krise kommen zu dieser dramatischen Entwicklung noch dazu», mahnte der Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid. «Einerseits klagen die Betriebe immer lauter über einen Mangel an Fachkräften, aber andererseits entziehen sich immer mehr Unternehmen ihrer Verantwortung, neue Fachkräfte auszubilden.»

2012 hätten noch 24,3 Prozent aller Betriebe ausgebildet, im Jahr 2018 waren es dagegen nur noch 21,9 Prozent. Zugleich seien 2019 nach Darstellung der Bundesagentur für Arbeit 1133 Ausbildungssuchende unversorgt geblieben. Weitere 2859 hätten sich für eine - in der Regel schlechtere - Alternative entschieden und beispielsweise ein Praktikum angetreten, obwohl sie eine Ausbildung beginnen wollten.

Eine weitere Zuspitzung der Situation am Ausbildungsmarkt könnte insbesondere Haupt- und Realschüler treffen, mahnte Muscheid. Um die Rückgänge auf dem Ausbildungsmarkt in der Corona-Krise aufzufangen, sei ein betrieblich finanziertet Zukunftsfonds für Ausbildung notwendig. «Bereits vor der Corona-Krise hatten wir in Rheinland-Pfalz rund 80 000 junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.»

Das Wirtschaftsministerium sieht die sinkenden Zahlen auch als Ergebnis der demografischen Entwicklung. Zudem entschieden sich immer mehr junge Menschen für das Abitur und ein Studium, sagte eine Ministeriumssprecherin.

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