Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Rheinland-Pfalz gedenkt der Opfer von Hanau

19.02.2021 - Ein Jahr nach dem Anschlag im benachbarten Hessen sprechen Menschen mit Einwanderungsgeschichte von Ängsten und offenen Fragen. Ministerpräsidentin Dreyer setzt auf den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft.

  • Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der rassistische Anschlag in Hanau hat nach den Worten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) «auch in Rheinland-Pfalz tiefe Spuren hinterlassen». Das Attentat sei «ein Angriff auf unsere offene und freie Gesellschaft, den wir so nicht hinnehmen», sagte die Regierungschefin am Freitag in einer Gesprächsrunde zur Erinnerung an das Verbrechen vom 19. Februar 2020.

Zur gleichen Zeit versammelten sich in der Mainzer Innenstadt rund 300 Menschen zu einer Kundgebung unter dem Motto «Erinnerung - Aufklärung - Gerechtigkeit - Konsequenzen! 1 Jahr nach Hanau: Gemeinsam gegen Rassismus». Es seien etwa drei Mal so viele Menschen gekommen wie erwartet, sagte ein Polizeisprecher.

Sie könne verstehen, sagte Dreyer, wenn sich Menschen nach Hanau Fragen stellten wie: «Bin ich hier eigentlich gewollt, ist mein Platz hier?» Die Zivilgesellschaft in Rheinland-Pfalz stehe aber fest für das Zusammenleben «in einer bunten, in einer wunderbaren Gesellschaft», und jeder Einzelne könne etwas dazu beitragen. «Die Toten sind nicht vergessen», sagte Dreyer.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz (AGARP), Kemal Gülcehre, sagte, bei vielen Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte gebe es seit Hanau verstärkt Bedenken und offene Fragen, auch zur persönlichen Sicherheit. Ein Jahr nach dem Anschlag sitze der Schock immer noch tief.

«Alte Ängste, die schon verdrängt waren, leben wieder auf», sagte der Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Jacques Delfeld. Er erinnerte an die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, «als ältere Menschen ihren Kindern gesagt haben: «Ja nicht auffallen in dieser Gesellschaft, ihr müsst euch schützen, sprecht nicht eure Sprache, sprecht Deutsch, dass ihr ja nicht in den Fokus kommt!»». Viele könnten die Aufforderung «Wehret den Anfängen» nicht mehr hören, sagte Delfeld. «Uns beschäftigt ein anderer Spruch: Wann hört es endlich auf?!»

Die Morde von Hanau zeigten, «wie Hass und Hetze in schrecklichste Gewalt umschlagen», erklärte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). «Wie eine Gesellschaft mit Rassismus und Menschenfeindlichkeit umgeht, zeigt sich auch daran, ob das Schicksal der Opfer auch dann von Bedeutung bleibt, wenn das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit nicht mehr auf ein solches Verbrechen gerichtet ist.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren