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Rheinland-Pfalz ist gegen «Deutschlandabitur»

17.10.2019 - Bildungsministerin Hubig reist zur Kultusministerkonferenz in Berlin. Auf der Tagesordnung steht auch eine Studie zu Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

  • Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, spricht während der Plenarsitzung des Landtags. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, spricht während der Plenarsitzung des Landtags. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz/Berlin (dpa/lrs) - Vor der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin hat sich Rheinland-Pfalz gegen Forderungen nach einem Zentralabitur und eine zeitliche Straffung der Sommerferien gewandt. Kürzlich hatte die Junge Union auf ihrem Jahrestreffen in Saarbrücken ein Zentralabitur in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gefordert, und der CDU-Spitzenkandidat bei der bevorstehenden Landtagswahl in Thüringen, Mike Mohring, setzte sich für ein «Deutschlandabitur» mit «nationalen Bildungsstandards und Prüfanforderungen für alle Fächer» ein.

«Wir wollen ein vergleichbares Abitur haben», sagte dazu die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). «Einem Zentralabitur, wie es Herr Mohring fordert, erteilen wir allerdings eine klare Absage.» Rheinland-Pfalz beteilige sich am zentralen Aufgabenpool für die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch. Perspektivisch sollte auch in den Naturwissenschaften ein Aufgabenpool für alle Länder etabliert werden, fügte die Ministerin hinzu. «Damit, da sind wir uns sicher, erreichen wir deutlich mehr als mit Gleichmacherei.» In der Diskussion über ein Zentralabitur werde völlig vergessen, dass es im Abitur auch um die Anzahl der einzubringenden Kurse sowie die Zahl und die zur Wahl stehenden Leistungsfächer gehe.

Kritisch äußerte sich Hubig auch über den Vorstoß der Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die Sommerferien in den Bundesländern zeitlich weniger weit zu strecken als bisher. Scheeres sagte, sie wolle sich in der KMK dafür einsetzen, dass die Sommerferien erst im Juli beginnen sollten. «Wir sehen keinen Änderungsbedarf», sagte Hubig. Die bisherige Ferienregelung habe sich in Rheinland-Pfalz bewährt. Mit Blick auf Bayern und Baden-Württemberg fügte sie hinzu: «Allerdings würden wir es sehr befürworten, wenn sich künftig alle Länder am rotierenden System der Sommerferien beteiligen würden.»

Die Bildungsminister kommen am (heutigen) Donnerstag zu ihrer zweitägigen Konferenz in Berlin zusammen, unter dem Vorsitz des hessischen Kultusministers Alexander Lorz (CDU). Am Freitag beschäftigen sich die Minister mit einer Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Dieser IQB-Bildungstrend fasst die Ergebnisse einer Überprüfung der Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern in der neunten Jahrgangsstufe zusammen.

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