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Römische Straßenreste und Wasserbecken in Mainz freigelegt

23.09.2019 - Mainz (dpa/lrs) - Reste römischer Straßen, Wasserbecken und andere Überbleibsel aus der Antike haben Archäologen auf einem größeren Baustellenareal in der Mainzer Neustadt entdeckt. Die Funde gäben neue Einblicke in die Beschaffenheit dieser einstigen römischen Vorstadtsiedlung, erklärte die Leiterin der Mainzer Außenstelle der Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, Marion Witteyer, am Montag in Mainz. Bislang seien die Vorstellungen von der Siedlung mangels archäologischer Dokumentation nur sehr vage gewesen.

  • Grabungsleiter Marcello-Andreas Puhl erklärt die Hintergründe zu römischen Funden in einer Baugrube. Foto: Christian Schultz/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Grabungsleiter Marcello-Andreas Puhl erklärt die Hintergründe zu römischen Funden in einer Baugrube. Foto: Christian Schultz/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Funde deuteten daraufhin, dass die Siedlung durchaus bedeutsam gewesen sei, erklärte Witteyer. Vermutlich hätten hier reiche Leute gewohnt. Eine der freigelegten Straßen sei eine Überlandstraße gewesen, sagte Witteyer. Auf den Resten sind noch antike Fahrspuren zu sehen. Gefunden wurden unter anderem auch Brunnen, Öfen, recht aufwendig gearbeitete Böden und vermutlich eine Fußbodenheizung. Grabungsleiter Marcello-Andreas Puhl sagte, wahrscheinlich sei hier eine Badeanlage in einem repräsentativ gestalteten Wohngebäude gewesen. Insgesamt seien in dem rheinnahen Gebiet zu römischer Zeit Wohnbauten, Handwerksbetriebe und Bestattungsareale gewesen, erklärte Witteyer. Es sei ein klassisches gemischtes Viertel gewesen.

Ganz in der Nähe des Baufelds waren vor Jahren bereits Reste der Mainzer Jupitersäule zum Vorschein gekommen, ein einst rund neun Meter hohes Monument, das zur Regierungszeit Kaiser Neros errichtet worden war. Auf der rund 1000 Quadratmeter großen Fläche in der nördlichen Mainzer Neustadt, die die Archäologen gerade unter die Lupe nehmen und die demnächst bebaut wird, entstehen nach Angaben der Mainzer Wohnbau über 150 Wohnungen und zehn Gewerbeeinheiten. «Bei so großen Bauvorhaben hechelt die Archäologie hinterher», sagte Witteyer. Grundsätzlich sei wegen des Baubooms viel zu tun. Die Archäologie komme kaum mit, arbeite derzeit lediglich «auf Halde».

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