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Rosenmontag in Mainz meist friedlich und ausgelassen

24.02.2020 - Trump als Kaiser Nero und Ministerin Klöckner mit Nestlé im «Liebesnestle»: Die Narren am Rhein nehmen kein Blatt vor dem Mund. Die vorläufige Polizeibilanz fällt positiv aus.

  • Eine Pappmache-Figur die Michael Ebling (SPD), Mainzer Oberbürgermeister, darstellt. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Pappmache-Figur die Michael Ebling (SPD), Mainzer Oberbürgermeister, darstellt. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Im Konfetti- und Nieselregen haben nahezu eine halbe Million Menschen am Rosenmontag in Mainz ausgelassen Fastnacht gefeiert. Nahezu 500 000 Menschen waren beim Rosenmontagszug auf den Straßen der Landeshauptstadt, wie Polizei und Mainzer Carneval-Verein (MCV) mitteilten. Nach dem Rückgang im vergangenen Jahr seien es wieder etwas mehr Zuschauer gewesen, sagte Hans-Jörg Langenbach von der MCV-Zugleitung - damals hatte der MCV eine Zahl von 450 000 genannt.

Der Rosenmontagszug sei «weitestgehend störungsfrei» verlaufen, teilte Polizeisprecher Rinaldo Roberto am späten Nachmittag mit. Neun Menschen wurden bis 17 Uhr in Gewahrsam genommen. Die Beamten registrierten bis 20 Uhr 71 Straftaten, darunter 29 Körperverletzungen, mehrere Beleidigungen gegen Polizeibeamte und zwei sexuelle Belästigungen. Die Polizei kontrollierte nach Angaben vom späten Abend mehr als 800 Menschen, darunter 38 alkoholisierte Kinder und Jugendliche. Bis 17 Uhr wurden bei Minderjährigen 57 Liter Alkohol sichergestellt und vernichtet.

Der Sanitätsdienst behandelte bis zum frühen Abend rund 250 Menschen. 63 von ihnen wurden wegen Schnittwunden oder anderer medizinischer Probleme ins Krankenhäuser gebracht, 11 mussten in die Ausnüchterung. «Das zieht jetzt nach dem Ende des Zugs an», sagte Einsatzleiter Mathias Hirsch. Es seien nicht außergewöhnlich viele Menschen behandelt worden, aber auch nicht wenige.

Am Nachmittag reagierte die Polizei in Mainz auf den Vorfall bei einem Karnevalsumzug im nordhessischen Volkmarsen und setzte Drohnen zur gezielten Überwachung von Zufahrtsstraßen ein. Ziel sei es, «auffällige Fahrzeugbewegungen» frühzeitig zu erkennen, teilte die Polizei in Mainz mit. In Volkmarsen wurden mehrere Menschen verletzt, als ein Autofahrer in einen Rosenmontagsumzug fuhr.

Mehrere der elf Motivwagen in Mainz nahmen aktuelle politische Ereignisse auf die Schippe - so wurde US-Präsident Donald Trump als römischer Kaiser Nero dargestellt, der sein Selbstlob in die Welt twittert, während hinter ihm das Kapitol als Inbegriff der amerikanischen Demokratie in Flammen steht. In der Innenpolitik nahmen die Fastnachter die Wirren in Thüringen aufs Korn: Die als Zwerg dargestellte Thüringer CDU zeigt der Noch-CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ein Stoppschild.

«Wir sind alle stolz auf die Mainzer Fastnacht, die wieder gezeigt hat, dass sie politisch ist und ausgesprochen hat, was viele denken», sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur - auch mit Blick auf die Fernsehfastnachtsitzung «Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht» und den «Obermessdiener» des Mainzer Doms, Andreas Schmitt, mit seiner klaren Ansage gegen den Rechtspopulismus der AfD.

Einen spontanen Coup inszenierte die Deutschland-Niederlassung des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé. Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch nahm mit etwa 50 Kolleginnen und Kollegen am Fastnachtsumzug teil und reagierte so auf Kritik der Narren an zu großer Nähe zur Bundesregierung. Die kleine Gruppe lief einem satirischen Motivwagen des MCV voraus, der ihn mit Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) in einem «Liebesnestle» zeigt. Auf ihrem eigenen Wagen antworteten sie: «Schatzi, es ist nicht so, wie es aussieht.» Nachdem sie von der Satire zum Rosenmontagszug erfahren hätten, habe er nach kurzer Zeit beschlossen: «Das ist so ein toller Humor, da machen wir mit», sagte Boersch.

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