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Rückkehr in die «Grüne Hölle»: Eifel freut sich auf Formel 1

07.10.2020 - Die legendäre Rennstrecke Nürburgring hat in den letzten Jahren einiges durchgemacht. Nun kehrt der Formel-1-Zirkus für ein Rennen zurück und bringt Glanz in die Eifel - inmitten der Corona-Pandemie. Trotz der sind Tausende Zuschauer zugelassen.

  • Mirco Markfort steht im Alten Fahrerlager der Eifel-Rennstrecke in Nürburg. Foto: picture alliance / Thomas Frey/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mirco Markfort steht im Alten Fahrerlager der Eifel-Rennstrecke in Nürburg. Foto: picture alliance / Thomas Frey/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vorfreude auf die Rückkehr der Motorsport-Elite trifft auf Sorgen und Einschränkungen in der Corona-Pandemie. So lässt sich die Stimmung rund um den Nürburgring umschreiben vor dem ersten Formel-1-Wochenende seit sieben Jahren. Die Ring-Betreiber wollen mit dem Comeback der Strecke in der Königsklasse des Motorsports um eine langfristige Rückkehr der Serie in die Eifel werben, mussten sich im Vorfeld des anstehenden Renn-Wochenendes aber erstmal mit Hygienekonzepten und Infektionsschutz auseinandersetzen.

Mit Blick auf das nahe Ausland und deutsche Hotspots betont Ringchef Mirco Markfort: «Zur Sicherheit aller Besucher dürfen Menschen aus Risikogebieten die Veranstaltung leider nicht besuchen.» Wegen des kontaktlosen Online-Verkaufs der Tickets sei bekannt, welche Fan woher stamme. «Im Ernstfall bekommt jeder einzelne Ticketinhaber sein Geld zurück», versichert Markfort. «Wer einen gültigen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf die Veranstaltung auch dann besuchen, wenn er aus einem Risikogebiet kommt.»

Laut der Kreisverwaltung Ahrweiler hat die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG «bis zu 400 geschulte, eigene Ordner im Einsatz». Ihre engmaschigen Kontrollen würden von Behördenmitarbeitern unterstützt. Bier ist tabu: «Zuschauer, die alkoholisiert zur Formel 1 kommen, werden an der Eingangskontrolle abgewiesen.» Der Ring verweist auf erfolgreiche Veranstaltungen mit Publikum seit August - zunächst mit 5000 Zuschauern. Wegen des weitläufigen Geländes funktioniere das Hygienekonzept auch mit den behördlich genehmigten maximal 20 000 Fans.

Eigentlich war in diesem Jahr kein Formel-1-Rennen in Deutschland geplant. Wegen der Corona-Pandemie können aber keine WM-Läufe in vielen Ländern gefahren werden. Daher war die Rennserie auf der Suche nach weiteren Gastgebern in Europa. Weil mit dem Hockenheimring, zuletzt Gastgeber des Grand Prix von Deutschland, keine Einigung erzielt worden ist, kommt der Nürburgring zum Zuge.

Wenn es nach den Verantwortlichen in der Eifel geht, muss es nicht bei diesem einen Mal bleiben. «Wir haben immer gesagt, dass es ein Ziel ist, die Formel 1 dauerhaft wieder an den Nürburgring zu binden. Allerdings haben wir auch immer gesagt, dass es nur unter betriebswirtschaftlich sinnvollen Rahmenbedingungen passieren kann. Corona hat nun dafür gesorgt, dass es für uns eine günstige Gelegenheit gibt», sagte Markfort der Deutschen Presse-Agentur.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) freut sich, «dass auf der Traditionsrennstrecke Nürburgring der Mythos grüne Hölle in der Formel 1 wieder Menschen auf der ganzen Welt in den Bann ziehen wird.» Der Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), sieht bei einer erfolgreichen Organisation «gute Chancen, dass der Nürburgring im harten internationalen Wettbewerb der Rennstrecken auch im kommenden Jahr den Zuschlag für die Austragung der Formel 1 erhält.»

Das Formel-1-Wochenende soll laut Ringsprecher Alexander Gerhard auf jeden Fall «die schwarze Null unterm Strich» ergeben. Noch nicht alle Tickets waren zuletzt verkauft. Eines dürfte wie so oft sein in der Eifel: das Wetter. Laut Deutschem Wetterdienst wird es herbstlich kühl und feucht. Zuschauer sollten sich «warm einpacken», empfiehlt Diplom-Meteorologe Marcel Schmid.

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