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Schmuckstück der Rheinromantik saniert: Klimawandel spürbar

26.07.2019 - 5 Schlösser und 50 Burgen gehören dem Land Rheinland-Pfalz. 16 davon müssen umfassend saniert werden. Eins davon ist das Schloss Stolzenfels. Seit 2006 wird an dem Schmuckstück der Rheinromantik intensiv gearbeitet. Jetzt ist das Torwächterhaus dran.

  • Schloss Stolzenfels. Foto: Thomas Frey/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schloss Stolzenfels. Foto: Thomas Frey/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Koblenz (dpa/lrs) - Die enge Besucherkasse erinnert an die 1960er Jahre und Bücher zum Schloss haben nur auf einem Tisch im Freien Platz. Zinn-Dach und Statik sind marode. Die benachbarte Außenmauer ist mit Netzen gesichert: Das Torwächterhaus - Entreé zum Sommerschloss Stolzenfels des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. - ist sanierungsbedürftig. Rund 2,7 Millionen Euro hat die Landesregierung für diesen fünften Bauabschnitt an dem hellgelben Prachtbau bewilligt. Das sagte Baustaatssekretär Stephan Weinberg (SPD) am Freitag bei einem Rundgang durch das Schmuckstück der Rheinromantik, das zum UNESCO-Weltkulturerbe Mittelrheintal gehört.

Seit 2006 wird das Ensemble mit dem vom preußischen Gartendirektor Peter Joseph Lenné mit Blickachsen, Viadukt, Schluchten, Wasserfällen und Grotten gestalteten Park grundlegend saniert. Zur Bundesgartenschau 2011 konnte das bis 1847 aus Burgruinen im neugotischen Stil gebaute Schloss wieder für Besucher geöffnet werden. Bei laufendem Betrieb geht die Sanierung nach und nach weiter. Insgesamt habe das Land rund 24,7 Millionen Euro für das vom Verfall bedrohte Schloss zur Verfügung gestellt, sagte Weinberg.

An historischem Mauerwerk kann nur in den frostfreien Monaten gearbeitet werden, und viele Arbeiten könnten nur bei schönem Wetter ausgeführt werden, sagte Projektleiterin Jutta Arend. Auch deshalb brauche eine grundlegende Sanierung in der Regel mehrere Jahre. Bei manchen Verfahren müsse auch mal ein Jahr abgewartet werden, wie sie auf das Wetter und die Umwelt reagierten, sagte Angela Kaiser-Lahme von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Der Klimawandel stelle die Fachleute zudem vor neue Herausforderungen.

Im Mischwald des Schlossparks etwa seien etliche hitzeempfindliche Bäume wie Ahorn zu finden. Die starke Sonneneinstrahlung habe an einigen Stellen im sanierten Dach zu Rissen im Schiefer geführt. Die Auswirkungen der intensiven Sonnenstrahlung auf das Inventar im Schloss seien auch noch unklar. «Wir haben zu 95 Prozent noch die Originalausstattung von 1842 bis 1846», sagte Kaiser-Lahme. «Das ist kunsthistorisch wie ein Sechser im Lotto.»

Stolzenfels habe nicht nur den schönsten Pergolagarten am Rhein und darüber hinaus. Das Schloss sei das politische Testament Friedrich Wilhelms IV., betonte Kaiser-Lahme. Die Wandmalereien bildeten sein politisches Programm ab.

Im Eigentum des Landes sind dem Ministerium zufolge 5 Schlösser, 50 Burgen an 47 Standorten sowie 21 sogenannte Altertümer. Darunter beispielsweise die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, die man von Stolzenfels aus sehen kann.

Die Schwerpunkte bei der Sanierung richteten sich nach baulicher Dringlichkeit und der Bedeutung der Burg oder des Schlosses für die Besucher und die Region, sagte Ministeriumssprecherin Annika Herbel. Derzeit werden außer Schloss Stolzenfels noch die Burg Meistersel bei Ramberg/Pfalz, die Burg Nassau, die Burg Schwalbach im Rhein-Lahn-Kreis, die Burgruine Nürburg, die Wegelnburg im Kreis Südwestpfalz, sowie die Rheinbastion der Festung Ehrenbreitstein saniert. Insgesamt gibt es 16 größere Projekte dieser Art. Dafür gibt das Land über mehrere Jahre hinweg mehr als 75 Millionen Euro aus.

In Schloss Stolzenfels soll bis zum Herbst die Rekonstruktion des vierflügeligen Tors zur - mit Blick auf die aus Bayern stammende Königin - weiß-blau gekachelten Sommerhalle an der Terrasse mit Rheinblick fertig sein, heißt es im Ministerium. Das Gerüst am Torwächterhaus soll 2020 stehen.

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