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Schmuggel gehört im Gefängnis zum Alltag

12.05.2020 - Die Suche nach Schmuggelware ist ein ständiges Thema in Haftanstalten. Vor allem Drogen werden bei Kontrollen entdeckt und darunter oft sogenannte neue psychoaktive Substanzen.

  • Ein «Drogenscanner» im Gefängnis zeigt einen positiven Befund an. Foto: Harald Tittel/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein «Drogenscanner» im Gefängnis zeigt einen positiven Befund an. Foto: Harald Tittel/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schmuggel ist ein alltägliches Thema in den Gefängnissen in Rheinland-Pfalz. Wenn ein Insasse von einem Freigang zurück kommt, wenn Partner zu Besuch sind oder der Anwalt vorbei kommt - dann kann es sei, dass Verbotenes mit ins Gefängnis gebracht wird.

Vor allem Drogen würden in die Gefängnisse geschmuggelt und dann insbesondere sogenannte neue psychoaktive Substanzen, erklärt der Sprecher des rheinland-pfälzischen Justizministeriums, Christoph Burmeister. Darunter fallen verschiedene illegale Gemische chemischer Verbindungen. Aber auch Handys und Zubehör wie SIM-Karten würden häufig eingeschleust. Wie viel insgesamt geschmuggelt wird, ist unklar.

«Es gibt ein erhebliches Dunkelfeld, das auch nicht - beispielsweise durch entsprechende Forschung - aufgehellt werden kann.» Fest stehe aber: Schmuggel gehöre zum Alltag in den Haftanstalten, erklärt Burmeister. Ein Sprecher der Justizvollzugsanstalt (JVA) Diez bestätigt. «Es ist ein Thema, das uns ständig beschäftigt.» In Diez würden vor allem Drogen bei Kontrollen entdeckt, es seien aber auch schon beispielsweise Mini-Handys dabei gewesen.

Laut Burmeister besteht Schmuggelverdacht vor allem bei Besuchern und Gefangenen, die zum Beispiel von der Arbeit zurück kehrten oder wegen besonderer Anlässe die Haftanstalt vorübergehend verlassen haben. «Grundsätzlich wird in die Anstalt hinein geschmuggelt.» Erkenntnisse darüber, dass etwas seinen Weg unerlaubt nach draußen finde, gebe es nicht.

Aber wie findet Schmuggelware ihren Weg hinein? Jörn Patzak, Leiter der JVA Wittlich, zählt mehrere Möglichkeiten auf. «Es gibt JVAs, da werden Sachen über die Mauer geworfen. Das spielt bei uns keine Rolle, da bräuchte man schon einen sehr guten Arm um etwas zu werfen.» Auch werde manchmal Schmuggelware in der Post entdeckt. Es gebe außerdem Versuche von machen Besuchern bei einem Kuss etwas zu übergeben. «Und dann gibt es auch einen geringen Faktor, das sind die Mitarbeiter.» Auch Anwälte seien schon erwischt worden.

In Wittlich würden vor allem Drogen geschmuggelt. Mithilfe eines speziellen Geräts, einem Drogenscanner, werden zwar Patzak zufolge viele der Substanzen aufgespürt und aus dem Verkehr gezogen. Aber es gebe Grenzen. «Das muss jedem klar sein: Solange wir Körperöffnungen nicht kontrollieren können und dürfen vollzuglich, kommen Drogen rein.» Theoretisch könnte zwar die Staatsanwaltschaft eine körperliche Untersuchung bei einem Verdacht anordnen. «Aber bei so viel Ausgängern: Das ist die Realität, das ist der einfachste Weg wie Drogen reinkommen.»

Die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Frankenthal, Gundi Bäßler, sagt: Schmuggel «wird immer mal wieder festgestellt, beherrscht aber nicht das Tagesgeschäft». Funde auf den Dächern und in den Höfen oder den Wegen innerhalb der JVA zeugten davon, dass externe Personen versuchen, Mobiltelefone oder berauschende Substanzen sie Betäubungsmittel, Tabletten oder sogenannte Legal Highs, zu den Gefangenen zu bringen. Manche Gefangene versuchten über einen Mithäftling, der entlassen werde, schriftliche Nachrichten oder Briefe aus der Anstalt heraus zu schmuggeln und so die Postkontrolle zu umgehen.

Eine Art Schmuggel gebe es aber auch innerhalb des Gefängnisses, berichtet Bäßler. «Ganz vereinzelt versucht auch mal ein Gefangener Gegenstände vom Arbeitsbetrieb in den Haftbereich zu schmuggeln.» Das müssen nicht Werkzeuge sein. Bäßler nennt als Beispiel einen in der Küche zur Arbeit eingesetzten Gefangenen. «Er hatte sich mehrere Würste unter der Kleidung um den Bauch gebunden.»

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