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Tausende Schüler für Klimaschutz auf den Straßen

15.03.2019 - Die Schulstreikbewegung «Fridays for Future» erreicht ihren bisherigen Höhepunkt. Auch Eltern und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie schließen sich den Demonstrationen an.

  • Eine «Fridays for Future»-Demonstration, hier in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine «Fridays for Future»-Demonstration, hier in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Demo statt Schulunterricht: Tausende von Schülern haben am Freitag auch in Rheinland-Pfalz für mehr Tempo beim Klimaschutz demonstriert. In der Landeshauptstadt Mainz sammelten sich trotz Regen und Kälte mehr als 1000 Demonstranten, die an vier Schulen vorbei durch die Stadt zogen. Den Demonstration schlossen sich auch Eltern sowie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie an. In nahezu allen weiteren großen Städten von der Pfalz bis zu Mosel und Mittelrhein beteiligten sich ebenfalls zahlreiche Schülerinnen und Schüler an dem Schulstreik unter dem Motto «Fridays for Future». Nach einer dpa-Umfrage bei den Polizeidienststellen gingen landesweit mindestens 5000 junge Menschen auf die Straße.

Die große Beteiligung bei schlechtem Wetter zeige doch, dass es beim Schulstreik nicht um Schwänzen gehe, wie manche Politiker meinten, sagte der Mainzer Mitinitiator Maurice Conrad. Auf einer Auftaktkundgebung sagte der Kabarettist Lars Reichow, es sei richtig, dass die Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit demonstrierten. Schließlich finde ein Streik für höhere Löhne auch nicht nach Feierabend statt. Mit Blick auf Kritik des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner an der Bewegung «Fridays for Furture» sagte Reichow: «Hier auf diesem Platz ist mehr Kompetenz versammelt, als die FDP jemals im Parlament auf die Beine gestellt hat.» Mit Blick auf die Stockholmer Schülerin, die den Schulstreik gestartet hat, sagte Reichow: «Greta Thunberg muss den Friedensnobelpreis bekommen.»

An der Demonstration in Mainz nahm auch Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) teil. Mehrere Eltern zogen unter dem Motto «Parents for Future» mit. «Meine Tochter hat sich nicht getraut zu streiken», sagte Monika Snela-Deschermaier, deren Tochter die dritte Klasse einer Grundschule besucht. «Aber sie ist um 6 Uhr aufgestanden, um mir ein Schild zu malen.»

«Wir sehen uns dazu gezwungen, uns gegen eine Politik aufzulehnen, die den Klimawandel und seine Folgen nicht annähernd ernst genug nimmt», erklärte die Landesschülervertretung (LSV) Rheinland-Pfalz. Die Protestbewegung zeige, «dass unsere Generation keineswegs unpolitisch ist und dem Klimawandel längst den Kampf angesagt hat», sagte Aylin Gümüş vom LSV-Vorstand.

Die Vertretung der Schülerinnen und Schüler appellierte an alle Lehrer, die Fehlstunden aufgrund der Teilnahme an den Demonstrationen zu entschuldigen. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte am Freitag über Twitter, sie finde das Engagement der Jugendlichen sehr gut - «noch lieber wäre es mir allerdings, wenn die Demos außerhalb der Schulzeit stattfinden».

In Koblenz demonstrierten nach Polizeiangaben rund 500 Menschen, unter ihnen die Landesvorsitzende der Grünen, Jutta Paulus, die sich bei «Parents for Future» und bei «Scientists for Future» engagiert. «Die streikenden Jugendlichen haben ja recht, es muss endlich viel mehr passieren und der Klimaschutz muss zur obersten Priorität werden», sagte die Politikerin. Kritisiert werden die Aktionen von CDU und AfD.

In Frankenthal zählte die Polizei etwa 800 Demonstranten, in Trier 600 und in Neustadt an der Weinstraße 400. In Bingen demonstrierte auch eine Gruppe von Jägern unter dem Namen «Forresters for Future» für den Klimaschutz.

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