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Schwächerer Anstieg der Fallzahlen

02.04.2020 - Zeichnet sich in der Corona-Krise eine positive Entwicklung ab? Experten sind zurückhaltend. Noch steigen die Zahlen. Unterdessen wollen sich viele Lehrkräfte und Ehrenamtliche stärker engagieren.

  • Eine Mitarbeiterin hält einen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das SARS-CoV-2-Virus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mitarbeiterin hält einen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das SARS-CoV-2-Virus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Corona-Krise verfolgt die Öffentlichkeit in Rheinland-Pfalz seit einem Monat gespannt die Fallzahlen zur Ausbreitung des Coronavirus. Diese Woche ist die Steigerung von zweistelligen auf einstellige Prozentwerte am Tag zurückgegangen. Ein Trend? «Wir beobachten die Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen sehr genau», sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Es sei aber unklar, ob dies ein Trend sei und ob die Maßnahmen entsprechende Wirkung zeigten. Die Themen des Tages im Überblick:

NEUE ZAHLEN - Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist bis Donnerstag um 7,9 Prozent auf 3276 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Damit hat sich die Steigerung von Tag zu Tag in dieser Woche wieder etwas verstärkt - am Montag waren es 5,5 Prozent. Sie blieb weiter unter den zweistelligen Steigerungsraten der vergangenen Woche. Bis Donnerstag (Stand: 10.00 Uhr) registrierte das Ministerium den Tod von 27 mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Rheinland-Pfalz, zwei mehr als am Vortag.

BESCHRÄNKUNGEN - Nach Einschätzung der Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz hält sich ein Großteil der Menschen an die im Zuge der Corona-Krise erlassenen Beschränkungen. Beobachtet würden nur wenige Verstöße gegen die Corona-Bekämpfungsverordnung, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Vereinzelt stelle die Polizei vor allem Verstöße gegen das Ansammlungsverbot im öffentlichen Raum fest, wenn also kleine Gruppen von mehr als zwei Personen gemeinsam unterwegs seien - dabei wird mal gegrillt und auch mal gekickt.

LEHRKRÄFTE - Mehr als 2000 Lehrkräfte sind einem Aufruf der rheinland-pfälzischen Landesregierung gefolgt und wollen freiwillig im Gesundheitswesen aushelfen. Die Schulaufsicht ADD hatte vor zwei Wochen in einem Brief die Lehrer im Land gebeten, etwa bei Verwaltungsaufgaben in Gesundheitsämtern, der Betreuung von Telefon-Hotlines oder der Datenerfassung behilflich zu sein. Auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit könnten Lehrkräfte tätig werden, sagte ADD-Sprecherin Miriam Lange in Trier.

EHRENAMTLICHE - Die rheinland-pfälzische Landesregierung will in der Corona-Krise in den nächsten Wochen rund 1000 Ehrenamtliche zur Unterstützung der stark belasteten Gesundheitsämter gewinnen. Diese Helfer sollen die Behörden unentgeltlich in fünfköpfigen Teams etwa dabei unterstützen, Kontaktpersonen von Infizierten nachzuverfolgen. Ein Konzept werde erarbeitet, teilte das Gesundheitsministerium mit.

VERBRAUCHERZENTRALE - Bei Verdienstausfällen aufgrund der Corona-Krise rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Kunden, Kontakt mit dem Energieversorger aufzunehmen. Die Bundesregierung habe jüngst mit dem Leistungsverweigerungsrecht Haushalte gestärkt, die wegen finanzieller Einbußen weniger Geld zahlen können. Wenn wirtschaftliche Not dazu führe, dass Kosten für Strom und Heizung nicht gezahlt werden könnten, solle der Versorger Zahlungsaufschub gewähren, teilten die Verbraucherschützer in Mainz mit.

MUSIK - Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz fordert in der Corona-Krise Hilfen für freiberuflich tätige Musiker und Musikpädagogen. Derzeit könnten nur laufende Betriebskosten geltend gemacht werden, teilte der Musikrat mit. Diese seien jedoch kaum oder nur in geringem Ausmaß vorhanden. Stattdessen müssten Einnahme-Ausfälle geltend gemacht werden können. Ein Landesprogramm zur Unterstützung freier Kulturschaffender gebe es nicht, die einzige Hilfestellung sei derzeit das Soforthilfeprogramm des Bundes.

FESTIVAL - Die Planungen für das Zwillingsfestival «Rock am Ring» und «Rock im Park» Anfang Juni gehen trotz Corona-Krise und der derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen weiter. ««Rock am Ring» und «Rock im Park» 2020 finden nach derzeitigem Stand wie geplant statt, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren», teilte eine Sprecherin der Agentur Live Nation auf Anfrage mit. Das Festival soll vom 5. bis 7. Juni am Nürburgring und in Nürnberg über die Bühne gehen.

HILFSPAKET - Die Stadt Mainz will mit einem rund 2,5 Millionen schweren Maßnahmenpaket von der Corona-Krise geplagten Unternehmen, Vereinen, Künstlern, Initiativen und Familien unter die Arme greifen. Die Mittel stammen sowohl von der Stadt als auch vom Land. So können Unternehmen ab dem kommenden Montag (6. April) Gewerbesteuerforderungen auf Antrag zinsfrei stunden. Des Weiteren können Ebling zufolge die Vergnügungssteuer oder Entsorgungsgebühren getilgt werden. Für Gastronomen und Einzelhändler sollen in diesem Jahr keine Sondernutzungsgebühren für Außenanlagen anfallen.

ANFRAGEN - Die Corona-Krise hält die Landesregierung in vielerlei Hinsicht in Atem - gleichzeitig läuft der politische Betrieb an anderer Stelle etwas auf Sparflamme. So ist seit Mitte März die Zahl der parlamentarischen Anfragen von Abgeordneten an die Regierung deutlich zurückgegangen. Um Ministerien in der aktuellen Lage zu entlasten, entschied der Ältestenrat des Landtags, die Fristen für die Beantwortung solcher Anfragen deutlich zu verlängern.

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