Sozialmediziner bereitet sich auf Mittelmeer-Einsatz vor

25.03.2021 Der Verein Resqship plant mit einem neuen Segelschiff eine Beobachtungsmission im zentralen Mittelmeer. Um die medizinische Ausstattung kümmert sich der Verein Armut und Gesundheit von Gerhard Trabert.

Der Sozialmediziner Gerhard Trabert schaut in die Kamera. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Mainzer Verein Armut und Gesundheit in Deutschland hat eine Partnerschaft mit einer Hamburger Initiative für Flüchtlinge im Mittelmeer geschlossen. «Es ist für uns ganz wichtig, ein Zeichen zu setzen in der zivilen Seenotrettung», sagte der Gründer und Vorsitzende des Vereins, der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert. «Wir sind die ersten in Rheinland-Pfalz, die in der zivilen Seenotrettung eine so dichte Vernetzung haben.» Der Verein unterstütze die Initiative Resqship finanziell und mit der Bereitstellung von medizinischer Ausrüstung.

Trabert war bereits 2019 bei einem von neun Mittelmeereinsätzen von Resqship dabei. Die Segelyacht «Josefa» rettete damals im Spätsommer 34 Flüchtlinge, die dann von der «Ocean Viking» übernommen wurden, einem von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee gecharterten Schiff.

Jetzt hat Resqship ein neues Schiff, einen 18 Meter langen Stahlschoner, der zurzeit überholt wird und bislang noch ohne Namen ist. Mit seiner Bauweise und seiner Robustheit sei dieses Schiff bestens für den Einsatz auf hoher See geeignet, erklärte Resqship. Es soll voraussichtlich im Mai unter deutscher Flagge in Richtung libysche Küste auslaufen.

«Ich werde versuchen, bei der ersten Fahrt dabei zu sein», sagte Trabert im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Mission solle vor allem die Situation vor der libyschen Küste dokumentieren, außerhalb der 20-Meilen-Zone. Wenn Menschen in Not seien, werde sie das Resqship-Team aber auch aufnehmen, bis ein größeres Schiff eintreffe. Eine Versorgung für längere Zeit sei auf dem kleinen Schiff aber kaum möglich. Das Team von sechs bis acht Besatzungsmitgliedern werde dazu auch Kontakt mit dem Netzwerk weiterer Seenotretter halten, mit Gruppen wie Open Arms, Sea Watch und Alan Kurdi. Mit der «Sea-Watch 2» war Trabert 2015 und 2016 zweimal im Mittelmeer im Einsatz, um gerettete Bootsflüchtlinge medizinisch zu versorgen.

«Für uns ist es sehr wichtig, dass wir medizinische Ausstattung und medizinisches Personal an Bord haben», sagte ein Sprecher des 2017 gegründeten Vereins Resqship, der von vier Ortsgruppen in Mainz, Freiburg, Augsburg und Hamburg getragen wird. Die Aufnahme von Geflüchteten in Seenot sei zwar nicht das primäre Ziel der Beobachtungsmission. Es wäre aber fahrlässig, nicht in der Lage zu sein, Menschen in Not professionelle Hilfe leisten zu können. Der Verein Armut und Gesundheit unterstütze das Projekt auch bei der Entwicklung eines Hygienekonzepts für die Sicherheit der Menschen an Bord.

«Wir wollen nicht uns in den Vordergrund stellen, sondern wollen die Geschichten erzählen von Menschen, die im Mittelmeer in Not geraten sind», sagte der Sprecher. Daher werde der Name des neuen Schiffs wie bei «Josefa» wieder an einen Menschen auf der Flucht im Mittelmeer erinnern.

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