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Spahn: Lehren aus Corona-Krise für Standort ziehen

22.09.2020 - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Lehren aus der Corona-Krise für den Medizinstandort Deutschland ziehen. Nach einem Besuch bei dem Arzneimittelkonzern Boehringer Ingelheim sagte er am Dienstagabend: «Wir haben in dieser Krise schmerzhaft erlebt, dass wir nicht zu sehr abhängig sein wollen von China und anderen Regionen auf der Welt, wenn es um sensible medizinische Produkte geht - sei es um Schutzmasken oder Wirkstoffe für Arzneimittel.»

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Mund-Nasen-Schutz. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Mund-Nasen-Schutz. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Er wolle sich in der EU dafür einsetzen, «dass wir in Europa wieder verstärkt Produktion von Wirkstoffen im Arzneimittelbereich» haben, sagte Spahn in Ingelheim weiter. «Wir wussten eigentlich schon vor Corona, dass das auf Dauer nicht gut ist, wenn bestimmte Wirkstoffe nur von ein, zwei Herstellern auf der Welt - in aller Regel im asiatischen Raum - hergestellt werden.» Zu Stärkung des heimischen Pharmastandortes könne die Politik Anreize setzen bei den Investitionsförderungen und den Rahmenbedingungen für Produktion und Forschung sowie beim Vergaberecht, um Sicherheit in der Lieferfähigkeit zu haben.

Spahn hatte zuvor den Bau der hochmodernen Arzneimittel-Produktionsanlage SOL (Solids Launch Fabrik) bei dem Pharmariesen besichtigt. Dort sollen von Mitte nächsten Jahres an neue Medikamente unter Reinraumbedingungen produziert und für die Markteinführung vorbereitet werden. Im Anschluss wollte der Minister den Diagnostikspezialisten Bioscientia Healthcare in Ingelheim besuchen. Begleitet wurde er von dem CDU-Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf.

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