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Studie: Gefahr von Gastronomiepleiten stark gestiegen

29.10.2020 - Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnt angesichts der Corona-Krise vor deutlich mehr Pleiten in der hessischen Gastronomie. Stand Ende Oktober seien 12,8 Prozent der Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés im Land insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse von Donnerstag. Das sei ein Anstieg von gut 50 Prozent zum Februar - bevor Gastronomen in der ersten Corona-Welle schließen mussten. Damals hatte Crif Bürgel 8,1 Prozent der Gastronomieunternehmen als insolvenzgefährdet eingestuft.

  • «Geschlossen» steht auf dem Zettel im Aushang eines Restaurants in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    «Geschlossen» steht auf dem Zettel im Aushang eines Restaurants in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Bundesländer-Vergleich stehen Gastronomen in Hessen neben solchen in Bayern und Baden-Württemberg damit noch relativ gut da. Weit höher ist der Anteil insolvenzgefährdeter Betriebe in Sachsen-Anhalt (20,1 Prozent), Sachsen (19,1 Prozent) und Berlin (17,2 Prozent).

Die Wirtschaftsauskunftei, die die finanzielle Lage von bundesweit 57 300 Gastronomiebetrieben analysiert hat, warnte vor einer Pleitewelle in der Branche. Rund 14,5 Prozent der Branchenfirmen in Deutschland seien insolvenzgefährdet. Die Situation vieler Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés dürfte sich noch verschlimmern, schätzt Geschäftsführer Frank Schlein. Im ersten Quartal 2021 könnte jedes fünfte Unternehmen aus der Gastronomie insolvenzgefährdet sein.

Auf die Branche kommen harte Zeiten zu: Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Bars und Kneipen sollen vom 2. November an für den Rest des Monats geschlossen bleiben, entschieden Bund und Länder am Mittwoch. Ausnahmen gelten für das Liefern und Abholen von Speisen.

Für die Studie hat Crif Bürgel Informationen zur Finanzlage von Firmen, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit geben, ausgewertet. Dazu zählen Angaben in Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Auch negative Gerichtsmerkmale wie Mahnverfahren, Inkasso-Überwachungen oder allgemeine Einträge im Schuldnerverzeichnis flossen ein.

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