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Klima-Aktivisten und Bauern auf getrennten Protestwegen

17.01.2020 - Zwei große Demonstrationen an einem Tag: In der Mainzer Innenstadt folgen 9000 Menschen dem Aufruf von «Fridays for Future». Danach rollen rund 800 Trecker mit protestierenden Bauern zum Lerchenberg.

  • Demonstrationsteilnehmer von «Fridays for Future» in der Mainzer Innenstadt. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstrationsteilnehmer von «Fridays for Future» in der Mainzer Innenstadt. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa) - Landwirtschaft und Klimaschutz hängen miteinander zusammen - am Freitag brachten Bauern und die Unterstützer von «Fridays for Future» ihre Anliegen in getrennten Demonstrationen auf die Straße. Dem Aufruf von «Fridays for Future» und weiteren Organisationen folgten nach Polizeiangaben rund 9000 Menschen. Etwas später fuhren 800 Traktoren aus Rheinhessen, der Pfalz und auch aus Hessen nach Mainz-Lerchenberg. Die Beeinträchtigungen für den Verkehr hielten sich nach Angaben eines Polizeisprechers in Grenzen.

Ein Teil der Forderungen von Seiten der konventionellen Landwirtschaft sei mit Klima- und Naturschutz nicht vereinbar, sagte der Sprecher der Mainzer Gruppe von «Fridays for Future», Maurice Conrad. «Die Bauern müssen sich bewusst werden, dass sie Teil des Problems sind.» «Fridays for Future» unterstütze die für Samstag in Berlin angekündigte Demonstration «Wir haben es satt», deren Unterstützer der Landwirtschaft vorwerfen, auf Kosten von Umwelt, Tieren und Klima zu produzieren.

Die als Schulstreik entstandene Bewegung wolle in den nächsten Monaten Antworten auf die Fragen entwickeln, welche Protestformen nötig seien und welche Verbündeten gewonnen werden sollten, sagte der Mainzer Klimaschutzaktivist. Es gehe um «eine Symbiose aus zivilem Ungehorsam und der Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Gruppen, vielleicht auch Parteien».

Nach einer Auftaktkundgebung vor dem Staatstheater Mainz zogen nach Polizeiangaben etwa 9000 Teilnehmer unter dem Motto «Die Uhr tickt» in einem großen Bogen über die Rheinstraße zum Kundgebungsort zurück. Kurz nach dem Start des Protestzugs legten sich Demonstranten zu einem «Die-in» auf die Straße, begleitet von Sirenen. Etliche Transparente und Plakate nahmen Bezug auf die Brände in Australien. Ein weiterer Schwerpunkt war der Klimawandel als Fluchtursache. An der Demonstration in Mainz nahmen Ortsgruppen der Schülerbewegung in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland teil.

Mit der Fahrt von etwa 800 Traktoren brachten Bauern aus mehreren Regionen in Rheinland-Pfalz ihren Unwillen über das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zum Ausdruck. Mit der Fahrt zum Sitz des ZDF in Mainz-Lerchenberg werde die Forderung nach einer fairen Berichterstattung verbunden, sagte ein Sprecher der Organisation «Land schafft Verbindung». Es werde oft zu negativ über die Landwirte berichtet.

Ein ZDF-Sprecher sagte nach einem rund einstündigen Gespräch mit Vertretern der Landwirte, es sei das gemeinsame Anliegen gewesen, miteinander in den Dialog zu kommen. «Es war ein sehr konstruktives Gespräch über Themen der Landwirtschaft.»

Der Protest richtete sich daneben auch erneut gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung, insbesondere gegen die geplante neue Düngeverordnung. Diese schränkt das Düngen mit Stickstoff deutlich ein, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu verringern und damit auch Vorgaben der EU zu erfüllen. Die Veranstalter kritisierten auch die für Samstag in Berlin angekündigte Demonstration «Wir haben es satt», deren Unterstützer der Landwirtschaft vorwerfen, auf Kosten von Umwelt, Tieren und Klima zu produzieren.

Nach Angaben eines Polizeisprechers nahmen etwa 800 Traktoren an der Aktion teil. «Wir haben das Ziel von 1300 Traktoren nicht gepackt, aber dennoch eine erstaunliche Länge von 40 Kilometern hin und zurück erreicht», sagte der Sprecher von «Land schafft Verbindung».

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