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Trauerreden auf Haustiere: Abschied erleichtern

25.08.2019 - Wenn Menschen sterben, werden sie bei einer Trauerzeremonie oft mit einer Abschiedsrede gewürdigt. Im Rhein-Pfalz-Gebiet kümmert sich eine freie Rednerin um den Kummer von Tierfreunden.

  • Trauerrednerin Jasmin Wagenblaß sitzt mit ihrem Hund «Nino», einem Westhighland White Terrier, auf einer Bank. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Trauerrednerin Jasmin Wagenblaß sitzt mit ihrem Hund «Nino», einem Westhighland White Terrier, auf einer Bank. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ludwigshafen (dpa) - Trauerreden und Zeremonien für tote Haustiere: Was viele überrascht, ist für Jasmin Wagenblaß nichts Besonderes. «Die Trauer, die den Tierbesitzer umgibt, unterscheidet sich nicht von den Gefühlen für einen geliebten gestorbenen Menschen», sagt die gebürtige Heidelbergerin, die in der Pfalz und in Nordbaden Trauerreden auf gestorbene Haustiere anbietet.

Ein Lebensbegleiter sei nicht mehr da und hinterlasse für Trauernde eine große Lücke. «Daraus resultiert oft der Wunsch nach einer liebevollen Verabschiedung. Und wenn sich Tierbesitzer für ihren treuen Freund eine Abschiedsfeier und eine Rede wünschen, helfe ich gerne», sagt Wagenblaß, die beim Unternehmen «Seelenspiegel» ihres Vaters angestellt ist. Trauerreden hält sie unentgeltlich gegen Vorlage einer Spendenquittung für eine Tierschutzorganisation.

«Das Verhältnis zum Tier ist heute anders als vor 30 oder 40 Jahren», sagt auch Simon Hähnel, der in Neustadt eine Tierbestattung betreibt. «Tiere sind für viele fast ein Familienmitglied.» Und auch Ursula Kugel von einer Tierbestattung bei Bad Ems sagt: «Früher lagen Hunde im Hof an der Kette, heute liegen sie im Haus auf der Couch.»

Wagenblaß lernte Bibliotheksassistentin, dann Veranstaltungs- und Tagungsfachfrau. Die Ausbildung zur freien Rednerin absolvierte sie bei einem Rhetoriktrainer, Mentalcoach und freien Redner in Hessen. «Tiere waren schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens», sagt sie und erzählt von Langhaardackel Romeo und den West-Highland-White-Terriern Scotty und Falco. «Als Tierfreundin weiß ich, wie schmerzvoll der Abschied von einem Gefährten ist.»

Viele Tierhalter wünschen sich mittlerweile eine Zeremonie für ihren gestorbenen Begleiter - zum Beispiel im Tierkrematorium Ludwigshafen oder bei einer Bestattung. «Es ist wichtig, das Tier in seiner Abschiedsfeier so individuell wie möglich zu ehren und in Erinnerung zu bringen», sagt Wagenblaß. Bei einem Gespräch berichte der Trauernde über Erlebnisse, Charakter oder Anekdoten des Tieres.

«Für viele sind solche Zeremonien vielleicht ungewöhnlich. Aber auch ein Tier ist ein Lebewesen, das Respekt verdient», sagt sie. Das Verhältnis ändere sich - so gebe es mittlerweile Friedhöfe, auf denen eine gemeinsame Urnenbestattung von Mensch und Tier möglich sei.

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