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Unverständnis von Trierer Katholiken über Verfügung aus Rom

22.11.2019 - Die römische Klerusbehörde hat die von einer Synode beschlossenen Reformen im Bistum Trier auf Eis gelegt. Sie will deren Umsetzung überprüfen. Der Katholikenrat der Diözese reagiert entsetzt.

  • Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trier (dpa/lrs) - Mit «Erschrecken und Unverständnis» hat der Katholikenrat im Bistum Trier auf die von der Kleruskongregation in Rom verfügte Aussetzung des Synoden-Gesetzes zur Umsetzung von Reformen reagiert. «Die Aussetzung kommt zum absolut falschen Zeitpunkt», teilte der Vorsitzende des Katholikenrates, Manfred Thesing, am Freitag mit. «Schade, dass wir jetzt auf die Bremse treten müssen. Wir bitten alle, die sich voller Tatendrang auf den zukunftsfähigen Weg unserer Trierischen Kirche gemacht haben, nicht den Wagenstopp zum Anlass zu nehmen, auszusteigen.»

Was war passiert? Die Klerusbehörde im Vatikan hatte das «Gesetz zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016» am Donnerstag zur Überprüfung ausgesetzt. Auslöser sei die Beschwerde der Priestergemeinschaft Unio Apostolica bei der Kleruskongregation gewesen, teilte das Bistum Trier mit. Zudem liege dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte der Antrag einiger Gläubiger aus dem Bistum vor, die Übereinstimmung des Umsetzungsgesetzes mit dem universalen Kirchenrecht zu prüfen, hieß es.

Was dies nun für die geplante Reform der Pfarreienstruktur im Bistum Trier bedeute, könne noch nicht gesagt werden. Das Bistum Trier will bis zum 1. Januar 2021 bistumsweit 35 Großpfarreien errichten, die die bisher 887 kleinen Pfarreien in gut 170 Pfarreiengemeinschaften ablösen sollen. Vor wenigen Tagen hatte der Trierer Bischof Stephan Ackermann die Dekrete zur Errichtung der ersten 15 neuen Großpfarreien zum 1. Januar 2020 erlassen.

Diese Pläne beruhen auf einem umfassenden Reformpaket, das eine 280-köpfige Synode Ende April 2016 nach fast zweieinhalb Jahren Beratung für das Bistum beschlossen hatte. Die Neuaufstellung hatte das Gremium auch angesichts sinkender Priester- und Mitgliederzahlen auf den Weg gebracht. Der Umbau sieht auch Änderungen in der Arbeitsweise der Gremien und bei der Vermögensverwaltung vor.

Als erste Reaktion auf die Nachricht aus Rom stoppte Bischof Ackermann am Freitag die derzeit geplanten Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei. Diese würden gegen die verfügte Aussetzung verstoßen, teilte die Bischöfliche Pressestelle mit. Ackermann werde nun, wie von der Kongregation erbeten, Stellung nehmen zu der Beschwerde, die die Priestergemeinschaft eingereicht habe. Der Trierer Generalvikar Ulrich von Plettenberg prüfe derzeit, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs hat und welche Maßnahmen nötig seien.

Thesing sagte für den Katholikenrat, «natürlich» gebe es Punkte in der Umsetzung, die unterschiedlich gesehen würden. Aber: «Wir hören und spüren, dass viele Menschen froh sind, dass es endlich losgehen kann.» Es seien «einige wenige Menschen» im Bistum, die entschieden hätten, die Ergebnisse der Synode durch Rom überprüfen zu lassen. Der Katholikenrat rief den Bischof auf, «nicht mutlos zu werden. Wir sind auf dem richtigen Weg, indem wir das umsetzen, was die Synode gemeinsam erarbeitet hat.

Das Bistum Trier zählt knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Insgesamt zehn der geplanten Großpfarreien liegen im Saarland.

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