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Venus mit Kalb: Neue Römerzeit-Funde in Mainz

30.10.2020 - Bei Bauarbeiten für Wohnhäuser am Rheinufer in Mainz haben Archäologen neue Funde aus der römischen Antike gemacht. Besonders spektakulär ist eine große, auf einem Kalbskopf stehende Steinfigur aus dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr., die vermutlich die Göttin Venus darstellt. «Die Qualität der Figur ist exzellent, die Körpergestaltung und die Gewandfalten des Hüftmantels sind exzellent», sagte am Freitag die Leiterin der Direktion Landesarchäologie in Mainz, Marion Witteyer, der Deutschen Presse-Agentur. «Etwas Vergleichbares haben wir in Mainz noch nicht entdeckt.»

  • Dederer, Grabungsleiter Landesarchäologie Mainz, hält Fundstücke. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dederer, Grabungsleiter Landesarchäologie Mainz, hält Fundstücke. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine ähnliche Figur mit einem Kalbskopf gebe es aus Köln, sagte die Forscherin. Dort werde die Skulptur als Verbindung von Venus und Salus gesehen, der Verbindung zwischen der Göttin der Liebe und Schönheit mit der Personifizierung von Heilkraft und Wohlergehen. In den römischen Provinzen seien oft römische Traditionen mit einheimischen Vorstellungswelten verknüpft worden, sagte Witteyer. Die Skulptur wird nun von Mainzer Archäologen genauer untersucht.

Während der Grabungszeit von 22 Wochen wurden auch zahlreiche Hinweise auf eine Besiedlung gefunden, die bis in die Zeit von Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) zurück reichen. Die ältesten Schichten zeigen eine Holzbebauung, darüber gibt es Gebäudereste aus Stein. Möglicherweise gibt es eine Verbindung dieser Siedlung zu der in der Nähe gefundenen Jupitersäule, die von Bewohnern einer Lagervorstadt gestiftet wurde.

Bei dem Bauprojekt am Mainzer Zollhafen soll eine neue Wohnanlage mit 138 Mietwohnungen entstehen. Insgesamt sind in diesem Bereich der Mainzer Neustadt Wohnungen für 2500 Menschen und rund 4000 Arbeitsplätze geplant.

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