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Viel Betrieb auf Spielplätzen und beim Friseur

04.05.2020 - Endlich wieder die Haare schön: Unter strikten Auflagen öffnen Friseure nach sechs Wochen Corona-Zwangspause ihre Läden. Auch einige Schüler kehren in die Bänke zurück. Weitere Lockerungen scheinen nach den Gesprächen zwischen Bund und Ländern an diesem Mittwoch möglich.

  • Ein Hinweisschild weist auf das Spielverbot hin. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hinweisschild weist auf das Spielverbot hin. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vierte Grundschulklassen, Friseure und Spielplätze öffnen - aber das Alltagsleben in Rheinland-Pfalz ist weiterhin ein gutes Stück entfernt von der frühen Normalität. In den Geschäften ist noch keine Kauflust spürbar. Die Themen des Tages im Überblick:

SPIELPLÄTZE - Kommunale Spitzenverbände in Rheinland-Pfalz haben die Öffnung der Spielplätze im Land begrüßt. «Dies ist im Interesse von Familien und Kindern, das zeigt auch die rege Nutzung am Wochenende», sagte der Vorsitzende des Städtetages Rheinland-Pfalz, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Ähnlich äußerte sich der Gemeinde- und Städtebund. Auch zum Wochenstart war auf manchem Spielplatz trotz durchwachsenen Wetters ordentlich was los. Auf einem Spielplatz in der Mainzer Neustadt tummelten sich viele Kinder und Eltern, an Freiluft-Trimmgeräten standen Menschen Schlange.

FRISEURE - Der Andrang der Kunden bei den wiedereröffneten Friseurläden in Rheinland-Pfalz ist nach sechs Wochen Corona-Zwangspause groß. «Alle Kollegen melden volles Haus», sagte der Vorsitzende Landesinnungsmeister beim Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland, Guido Wirtz, am Montag in Körperich (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Viele Betriebe seien für zwei Wochen ausgebucht. Die Kunden seien «sehr froh», dass sie wieder kommen könnten.

WIEDER SCHULE - Für 34 000 Kinder der vierten Grundschulklassen in Rheinland-Pfalz hat am Montag nach sieben Wochen Corona-Pause der Schulalltag wieder begonnen - jedoch unter besonderen Bedingungen. «Die Kinder waren extrem diszipliniert», sagte die Leiterin der Goethe-Grundschule in Mainz, Gabriele Erlenwein. Die sonst herrschende Lebendigkeit und das ausgelassene Treiben hätten gefehlt.

FALLZAHLEN - Die Zunahme der bestätigten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist zum Wochenbeginn auf den geringsten Wert seit Beginn der Pandemie gesunken. Die Zahl stieg am Montag (Stand 10.00 Uhr) um fünf neue Fälle auf 6152, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das ist ein Zuwachs um 0,08 Prozent binnen 24 Stunden. Ende März waren die täglichen Zuwachsraten zweistellig gewesen. Ums Leben kamen bisher 181 Infizierte, vier mehr als am Sonntag.

KAUFLUST - Trotz der seit diesem Montag geltenden Lockerungen für den Einzelhandel in der Corona-Krise erwartet der Geschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz keinen großen Andrang. «Die Zeiten für einen Einkaufsbummel sind noch nicht da», sagte Thomas Scherer. Die Menschen seien derzeit mehr zur «Bedarfsdeckung, weniger aus Freude» unterwegs. Seit die Maskenpflicht gelte, sei eine gewisse Zurückhaltung spürbar, die Kunden empfänden die Masken als einschränkend, erklärte Scherer. Bekleidungsgeschäfte seien mit am schwersten betroffen, «es fehlt die Kauflust».

PROGNOSE - Nach der Corona-Krise werden die Menschen in Deutschland ihr Geld mehr zusammenhalten: «Sie werden vorsichtiger werden und den Euro öfter umdrehen», sagte der Professor für Soziologie und Präsident der Universität Trier, Michael Jäckel, der Deutschen Presse-Agentur. Durch die Erfahrungen in der Krise habe sich «ein neues Knappheitsbewusstsein» entwickelt. Zudem sei einem «die Verletzlichkeit der Art und Weise, wie wir leben, wie wir wirtschaften, deutlich vor Augen geführt worden».

AUSBILDUNG - Aus Sorge vor einem Einbruch bei Ausbildungsplätzen wollen Bund und Länder mit Gewerkschaften und Unternehmerverbänden konkrete Maßnahmen für ihre Absicherung beschließen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte am Montag in Mainz, in Abstimmung mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) werde es Ende Mai ein entsprechendes Treffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung geben. Es müsse verhindert werden, dass wegen der Pandemie «ein Jahrgang entsteht, in dem Ausbildungsplätze auf breiter Front wegbrechen».

SOLOSELBSTSTÄNDIGE - Wegen der Corona-Krise denkt jeder vierte Soloselbstständige einer Umfrage zufolge ans Aufgeben. Vor allem jene in der Kultur, Touristik und in der Event- und Veranstaltungsbranche seien von Umsatzeinbrüchen hart getroffen, teilte der Sprecher des Forschungszentrums Mittelstand der Universität Trier, Jörn Block, am Montag mit. Soloselbstständige im IT-Bereich, Lektorat und Übersetzung zeigten sich dagegen noch «halbwegs zuversichtlich», «durch die Krise zu kommen». Unterm Strich gingen aber 25 Prozent davon aus, die Selbstständigkeit beenden zu müssen.

WARNUNG - Die Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz hat Unternehmen vor Betrügern gewarnt. Diese würden sich derzeit als offizielle Stellen im Zusammenhang mit Corona-Hilfsprogrammen ausgeben, um an Unternehmensdaten zu gelangen. So werden Unternehmen beispielsweise per E-Mail aufgefordert, angehängte Formulare ausgefüllt zurückzusenden oder Daten auf offiziell klingenden Internetseiten einzugeben. Teilweise würden sich Betrüger am Telefon auch als ISB-Beschäftigte ausgeben und die Kunden ausfragen. Die Investitions- und Strukturbank (ISB) wickelt die Bundessoforthilfe für Unternehmen in Rheinland-Pfalz ab.

VERLUSTE - Die Fähren auf dem Rhein erleiden wegen der Corona-Pandemie nach Aussagen ihres bundesweiten Verbandes Umsatzausfälle von 30 bis 80 Prozent. «Uns zum Beispiel hat die Corona-Krise bis Ende April rund 100 000 Euro gekostet», sagte der Geschäftsführer der Fähre Ingelheim-Oestrich-Winkel, Michael Maul. «Wir transportieren an normalen Tagen 2500 bis 3000 Menschen», meinte der Chef des Deutschen Fährverbands. Jetzt sei es etwa die Hälfte.

ABSAGE - Der für den 30. August geplante Erlebnistag Deutsche Weinstraße kann den Organisatoren zufolge wegen des Verbots von Großveranstaltungen nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Ein autofreier Sonntag mit Familien auf Rädern und mehr als 200 000 Besuchern, wie in den vergangenen Jahren, sei 2020 mit der Corona-Pandemie unter gegebenen Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßregeln nicht zu realisieren und nicht zu verantworten. «Wir müssen deshalb den Erlebnistag in dieser Form absagen, sagte ein Sprecher des Vereins Pfalzwein. Geplant seien «Alternativlösungen».

MESSE IM DOM - Vom 10. Mai an werden im Mainzer Dom wieder Gottesdienste mit erweiterter Öffentlichkeit gefeiert. Für die Teilnahme ist eine telefonische Anmeldung und Registrierung bei
der Dominformation erforderlich. Zu jedem Gottesdienst sind maximal 50 Menschen zugelassen. Der Zugang erfolgt über das Liebfrauenportal.

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