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2020 in Sachsen: Zu trocken, zu warm und sonnenreich

28.01.2021 - Die Witterungsextreme aus den vergangenen Jahren setzen sich auch 2020 fort. Experten sprechen von den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Das hat nicht nur Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser.

  • Wolken leuchten im Abendlicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wolken leuchten im Abendlicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu wenig Regen, zu warm und viele Sonnenstunden: 2020 hat als drittes Extrem-Jahr in Folge die Trockenheit in Sachsen weiter vorangetrieben. Das geht aus einer am Donnerstag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) vorgestellten Bilanz für das Jahr 2020 hervor. Die Klimaexperten verbuchten demnach einen Temperaturanstieg von 2,2 Grad Celsius im Freistaat - damit war 2020 «extrem zu warm». Zudem gab es 23 Prozent mehr Sonnenstunden sowie neun Prozent weniger Niederschlag als im Mittel, so Johannes Franke vom Landesamt. Als Bezugsgröße gilt der Mittelwert aus den Jahren von 1961 bis 1990.

Die Erwärmung schreite schneller voran, als es die Klimamodelle prognostiziert haben, so Franke. Gerade mit Blick auf Sonnenstunden und Lufttemperatur sei in den vergangenen zehn Jahren bereits der Zustand eingetreten, der eigentlich erst für Ende des 21. Jahrhunderts erwartet wurde. Bei den vergangenen drei Jahren handelt es sich laut Landesamt um die drei wärmsten Jahre in Sachsen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

In den drei «Trockenjahren», so die Experten, hat sich ein Niederschlagsdefizit von etwa 400 Liter pro Quadratmeter gebildet. Durch die gestiegene Lufttemperatur und die Sonnenstunden wiederum steigt der Wasserbedarf, wird die Wirkung des fehlenden Regens verstärkt. «Die Atmosphäre hat mehr Durst», so Franke.

Die Trockenheit aus den vergangenen Jahren hat sich im Vorjahr noch verstärkt, vor allem in den tieferen Bodenschichten. Die Grundwasserstände sind weiter gesunken und haben einen Tiefststand erreicht. Laut Landesamt wird derzeit der für die Jahreszeit typische Grundwasserstand an 90 Prozent der Messstellen um etwa 60 Zentimeter unterschritten. Für dieses Jahr, so Falk Böttcher vom DWD, sei kurzfristig keine Entspannung zu erwarten. Zwar gibt die aktuelle Schneedecke Wasser ab und sorgt dafür, dass weniger Wasser verdunsten kann. «Aber es müsste schon über Wochen hinweg einen Landregen geben, damit das Defizit ausgeglichen werden kann.»

Das Wetter hat auch Auswirkungen auf Land- und Forstwirtschaft: So setzte im vergangenen Frühjahr die Vegetationsperiode etwa zwei Wochen früher als gewöhnlich ein. Umso stärkere Schäden konnten die Spätfröste Ende März und Mitte Mai anrichten. So gab es unter anderem etwa Ernteeinbußen bei der Wintergerste, im Weinbau sowie bei der Apfel- und Birnenernte. Zudem macht die Trockenheit den Wäldern weiterhin zu schaffen und diese anfälliger für den Borkenkäfer. Den Angaben zufolge belaufen sich allein die gefährdeten Fichtenbestände auf eine Fläche zwischen 110 000 und 130 000 Hektar. Es gebe vorerst keine Entwarnung, hieß es.

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