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Hitze in Sachsen: Mineralwasser-Nachfrage steigt

26.06.2019 - Das Hoch «Ulla» heizt Sachsen ein, in Bad Muskau klettern die Temperaturen am Nachmittag auf knapp 38 Grad. Die Mineralwasserproduzenten im Land freut es - die Freibäder auch.

  • Im Gegenlicht der Nachmittagssonne zeigt ein Thermometer 37 Grad Celsius an. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Gegenlicht der Nachmittagssonne zeigt ein Thermometer 37 Grad Celsius an. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leipzig/Frankfurt (dpa/sn) - Heiß, heißer, Bad Muskau: Die Pückler-Stadt in Ostsachsen hat mit Temperaturen von 37,9 Grad ihren eigenen Juni-Temperaturrekord gebrochen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwochnachmittag mit. Der Ort in der Oberlausitz hielt für Sachsen auch den bisherigen Hitze-Rekord für den Monat Juni: 36,8 Grad wurden am 21. Juni 2000 gemessen. Die endgültigen Spitzentemperaturen stehen laut DWD aber erst am Abend fest.

«Die Luft im Schlosspark steht», sagte die Sprecherin der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, Sophie Geisler. Bis zum Abend hin gebe es kaum Abkühlung auf dem Gelände des Schlosses, Besucher seien in den Außenanlagen daher kaum zu sehen. Hingegen seien die Temperaturen in den klimatisierten Räumen der Sonderausstellung angenehm, so Geisler. Die Möglichkeit zur Erfrischung nutzten auch die Angestellten ab und an.

Laut DWD lagen die Temperaturen sachsenweit bei rund 35 Grad, selbst in den Kammlagen des Erzgebirges wurden rund 30 Grad gemessen, auf dem Fichtelberg war es mit 28,5 Grad am kältesten. «Das war der heißeste Tag des Jahres», sagte ein DWD-Sprecher. Vielerorts seien die Juni-Rekorde der vergangenen Jahre gebrochen worden. Vor allem zwischen dem Leipziger Raum und der Muskauer Heide lagen die Temperaturen deutlich über 35 Grad.

So herrschte denn auch laut Gefahrenkarte des Staatsbetriebs Sachsenforst vor allem im Norden und Osten des Landes die höchste Warnstufe 5 für Waldbrände («sehr hohe Gefahr»). Betroffen waren vor allem der Landkreis Nordsachsen sowie Meißen, Teile von Görlitz und Bautzen sowie Dresden. Das Landratsamt Nordsachsen wies darauf hin, dass Besuchern das Betreten des Waldes abseits der öffentlichen Wegen und Straße verboten sei. Um die Wälder zu überwachen, setzt die Forstbehörde des Landkreises auf ein elektronisches Waldbrand-Früherkennungssystem.

«Wir unterhalten fünf Kamerastandorte auf Feuerwachtürmen», sagte Forstoberrat Frieder Voigt. Die Bilder der Spezialkamera werden per Funk zur Zentrale nach Eilenburg übermittelt und dort ausgewertet. Die Sensorgeräte stammen den Angaben zufolge aus der Weltraumforschung. Damit könnten Brände schnell identifiziert und die Feuerwehren ohne Verzögerung alarmiert werden, hieß es.

Die Mineralwasserproduzenten im Land verbuchen bei den sommerlichen Temperaturen eine besonders hohe Nachfrage. Der Betrieb Sachsenquelle in Eilenburg habe die Produktion deswegen um etwa 20 Prozent hochgefahren, teilte ein Sprecher mit. Demnach arbeiten die Beschäftigten derzeit zusätzlich auch an Samstagen. Täglich füllen sie rund 500 000 Flaschen Mineralwasser ab.

Auch bei Lichtenauer Mineralquellen in der Nähe von Chemnitz macht sich das Wetter bemerkbar. Die hohe Nachfrage sei seit Wochen spürbar, teilte der Geschäftsführer mit. Kürzlich habe der Betrieb mit mehr als 1,3 Millionen Litern ausgeführten Getränken an einem Tag den Spitzenwert der vergangenen zehn Jahre verzeichnet. Das sei etwa doppelt so viel wie an durchschnittlichen Tagen, hieß es. Engpässe gibt es derweil beim Leergut. Kästen für Glas- sowie für PET-Flaschen fehlten in Eilenburg, so der Sachsenquelle-Sprecher. Auch bei den Lichtenauer Mineralquellen sei diese Entwicklung bemerkbar, hieß es.

Auch die Freibäder profitieren von den tropischen Temperaturen: «Wir gehen davon aus, dass heute der Tag mit den meisten Besuchern ist», sagte ein Sprecher der Dresdner Bäder GmbH, die für die sieben Freibäder der Stadt verantwortlich ist. Dort, wo es die Personalsituation zulasse, blieben die Bäder am Abend länger geöffnet, hieß es.

Dagegen ist die Blutversorgung beim Blutspendendienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wegen der Hitzewelle mittlerweile angespannt. Die anhaltend hohen Temperaturen hätten aktuell zu einem massiven Einbruch der Spenderzahlen ‎geführt, teilte das DRK am Mittwoch mit. «Die aktuelle Situation stellt für die Patientenversorgung eine ernsthafte Bedrohung dar.» Das DRK rief deshalb zu Blutspenden auf.

Laut DWD ist zumindest vorübergehend etwas Abkühlung in Sicht. Am Donnerstag sollen die Temperaturen bei Werten um die 25 bis 28 Grad etwa zehn Grad unter denen von Mittwoch liegen. «Der Wind hat gedreht und bringt etwas kühlere Luft, wenn auch keinen Niederschlag», so ein Sprecher. Bereits am Sonntag wird es dann aber wieder sehr heiß.

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