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Protest bei MAN Plauen: Regierung will für Standort kämpfen

22.09.2020 - Deutliche Worte an den Nutzfahrzeugbauer MAN und spürbare Wut: Bei einem Aktionstag zur Rettung des Plauener Werkes nahm der Protest an Schärfe zu. Die sächsische Regierung hat sich in München angekündigt.

  • Das Firmenlogo von MAN ist an einem LKW zu sehen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Firmenlogo von MAN ist an einem LKW zu sehen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sorge und Wut bei den Beteiligten: Bei einem Aktionstag bei MAN im vogtländischen Plauen haben Beschäftigte, Gewerkschaft und Politiker mit deutlichen Worten ihren Unmut über die drohende Schließung des Werkes bekundet. «Wir sind hier nicht der Reservekanister. Es kann nicht sein, dass es eine Konzentration auf Westdeutschland gibt, wenn es wirtschaftlich eng wird, um dort Standorte zu sichern», erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag vor Ort auf der Betriebsversammlung, zu der die Gewerkschaft IG Metall aufgerufen hatte.

Er kündigte an, nächsten Dienstag gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach München zum MAN-Vorstand reisen zu wollen, um sich für den Erhalt des einzigen ostdeutschen Werkes einzusetzen. «Dieser Standort ist produktiv, schreibt schwarze Zahlen, es gibt keinen Grund, ihn in Frage zu stellen». Mit allen Kräften wolle die Staatsregierung die 150 Beschäftigten vor Ort unterstützen. Die Kundgebung war Teil des ersten bundesweiten Aktionstages an allen MAN-Standorten.

Hintergrund sind die Pläne des Fahrzeugbauers, deutschlandweit rund 9500 Stellen zu streichen. Die Betriebe in Plauen, Wittlich (Rheinland-Pfalz) und im österreichischen Steyr sollen ganz geschlossen werden.

Auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) zeigte angesichts schwarzer Zahlen bei dem Plauener Busumbauer Unverständnis. «Unfassbar ist die Entscheidung vor allem angesichts des enormen Verlustes, den der Konzern sonst dieses Jahr verzeichnen musste. Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass sich die sächsische Regierung der Sache annimmt», so Oberdorfer. 387 Millionen Euro betrage das Minus im ersten Halbjahr im gesamten MAN-Unternehmen, ergänzte der Plauener Betriebsrat Nico Beck. Das geschätzte Minus für das gesamte Jahr 2020 liege bei 800 Millionen Euro.

Verantwortungslos sei das Verhalten der MAN-Führung, sagte Marco Wanderwitz als Ostbeauftragter der Bundesregierung und CDU-Bundestagsabgeordneter bei der Kundgebung in Plauen. «Die Unternehmen werden mit viel Steuergeld unterstützt. Ich erwarte, dass sie sich anständig verhalten und nicht zuerst Arbeitsplätze in einer Region abbauen, die das schlechter verkraftet.»

Weitere Protest-Aktionen bis Ende des Jahres kündigte die IG Metall an, um das Plauener Werk zu retten. «Wir wollen einen der Vorstände hier in Plauen sehen. Er soll dieser Belegschaft in die Augen schauen und ihr sagen, was sie falsch gemacht hat», forderte Thomas Knabel als Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau. Ein Großteil der Beschäftigten habe den Aktionstag am Dienstagvormittag unterstützt, laut Gewerkschaftsangaben kamen rund 120 Beschäftigte zur Betriebsversammlung.

Das MAN Bus Modification Center hatte in Plauen hatte sich in den vergangenen Jahren mit Einzel- und Spezialaufträgen einen guten Ruf erworben, unter anderem mit Busumbauten für die Deutsche Nationalmannschaft und andere Sportmannschaften.

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