Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Ausbreitung von Corona nimmt ab: Pendlerausnahme geplant

22.01.2021 - In der Corona-Statistik wird jede noch so kleine Veränderung zum Besseren mit Erleichterung aufgenommen. Auch in Sachsen geht die Dynamik der Ausbreitung zurück. Von Entwarnung kann aber noch lange keine Rede sein.

  • Oliver Schenk (CDU), Staatskanzleichef in Sachsen, spricht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Oliver Schenk (CDU), Staatskanzleichef in Sachsen, spricht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Lockdown zeigt in Sachsen offenkundig Wirkung und hat das Corona-Infektionsgeschehen weiter gebremst. Der Sieben-Tages-Wert für Ansteckungen pro 100 000 Einwohner sank nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Freitag auf 169 (Vortag: 186). Damit liegt Sachsen aber immer noch über dem Bundesschnitt von 115 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) wurden von Donnerstag auf Freitag 1308 nachgewiesene Neuinfektionen erfasst. Damit stieg der Zahl Betroffener seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 auf 173 182. Binnen 24 Stunden kamen 151 Todesfälle hinzu. Im Freistaat sind nunmehr insgesamt 5660 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. 2294 Frauen und Männer lagen am Freitag mit einer Covid- 19-Diagnose im Krankenhaus, davon 460 auf der Intensivstation. 1117 Betten für solche Patienten sind noch frei, davon 87 Intensivbetten.

Die Zahlen belegten, dass die Lockdown-Maßnahmen wirken, sagte Köpping. Bislang seien mehr als 62 000 Menschen geimpft. Bis Mitte Februar wolle man die Impfungen in allen Pflegeheimen erledigt haben. Man sei mit dem Impfen aber nicht zufrieden, sagte die Ministerin und verwies auf fehlende Impfdosen: «Wenn mehr Impfstoff vorhanden wäre, könnte man auch mehr impfen.» Man hoffe auf baldige Besserung. Im Fall der in Leipzig aufgetauchten südafrikanischen Virus-Mutation verfüge das dortige Gesundheitsamt über die Kapazitäten, um alle Kontakte der betroffenen Frau nachzuverfolgen.

Oberst Klaus Fink, Kommandeur des Landeskommando Sachsen, gab einen Überblick über das Wirken der Bundeswehr an der «Corona-Front». Zu Spitzenzeiten seien in Sachsen mehr als 1000 Soldatinnen und Soldaten als Nothelfer im Einsatz gewesen, etwa zehn Prozent aller für die Pandemie abkommandierten Kräfte. «Für uns sind diese Einsätze eine selbstverständliche Verpflichtung», sagte er. «Wir sind da, wenn wir gebraucht werden. Wir sind schnell da. Das macht uns aus.» Nach Angaben der Bundeswehr helfen aktuell rund 950 Bundeswehrangehörige etwa zur Unterstützung der Impfteams oder bei der Kontaktnachverfolgung an 40 Orten im Sachsen aus.

Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) kündigte an, dass Sachsen Ausnahmeregelungen für Grenzpendler ermöglichen will, sollte Tschechien wie erwartet als «Hochinzidenzland» eingestuft werden. Während Pendler dann nur noch bei Vorlage eines negativen Testes einreisen dürfen, will Sachsen das auch erlauben, wenn Betroffene einen Job im Freistaat nachweisen und sich vor Arbeitsantritt im Betrieb testen lassen. Die Tests sollen alle 48 Stunden oder zwei Mal pro Woche erneuert werden. Laut Schenk arbeiten etwa 10 000 bis 11 000 Bürger aus Tschechien in Sachsen.

Die Staatskanzlei verteidigte am Freitag die Bereitschaft von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), mit Kritikern der Corona- Maßnahmen im Gespräch zu bleiben. «Die Demonstration vor dem Haus des Ministerpräsidenten hat deutlich gezeigt, dass es in der Bevölkerung einerseits zahlreiche Fragen gibt, andererseits aber auch viele Falschinformationen rund um Corona kursieren», sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber. Eine weiterer Dialog mit Bürgern vor allem aus dem Raum Zittau sei am kommenden Freitag geplant.

Die AfD-Fraktion im Landtag schloss einen Untersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nicht aus. «Je nachdem, wie sich die Corona-Krise weiterentwickelt und welche Entscheidungen die Regierung trifft, kann ein Untersuchungsausschuss zu einem geeigneten Instrument der parlamentarischen Kontrolle werden», sagte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban. Zunächst wolle man aber den Ausgang der zahlreichen Klagen gegen die Corona-Politik der Regierung abwarten.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren