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Corona in Sachsen: Weiterer Anstieg und neues Testverfahren

16.10.2020 - Der Trend nach oben hält an, die Corona-Infektionen nehmen in Sachsen weiter deutlich zu. Dabei könnten die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit vor zwei Wochen eine Rolle spielen.

  • Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt hält einen Abstrichstäbchen in der Hand. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt hält einen Abstrichstäbchen in der Hand. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen gibt es zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Laut der aktuellen Statistik des Gesundheitsministeriums vom Freitag erhöhte sich die Zahl der laborbestätigten Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden um 321. Im derzeit am stärksten betroffenen Erzgebirgskreis, der als Risikogebiet gilt, kamen 65 Fälle dazu.

Den Angaben zufolge sind seit Beginn der Pandemie Anfang März mittlerweile landesweit 9595 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden und 255 gestorben. Die Zahl der genesenen Infizierten wird auf rund 7200 geschätzt. Der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner - liegt derzeit bei 32 für den gesamten Freistaat. Mit 69,3 ist der Erzgebirgskreis weiterhin deutlich jenseits des Wertes von 50, ab dem eine Region als Risikogebiet gilt.

Die Stadt Chemnitz hat nach eigenen Angaben die 35er Marke überschritten, die für Samstag geplante Museumsnacht abgesagt und weitere Beschränkungen auch für Privatfeiern und größere Veranstaltungen verfügt. «Die schnell und deutlich ansteigenden Zahlen hier in Chemnitz lassen uns keine anderen Möglichkeiten», sagte Gesundheitsamtschef Harald Uerlings. Im Vergleich zum Vortag erhöhte sich die Zahl der Corona-Fälle um 27 auf 479, die Landesstatistik weist ein Plus von 22 und insgesamt 452 Fälle für die Stadt aus. Die unterschiedlichen Zahlen kommen laut Behörden durch verschiedene Meldezeiten der Einrichtungen zustande.

In Dresden kamen 40 Neuinfektionen und ein Todesfall dazu. Die Landeshauptstadt gehört neben dem Erzgebirge und dem Vogtlandkreis zu den Corona-Hotspots in Sachsen. Nach neuen Corona-Fällen sind Klassen an vier Schulen in Quarantäne und auch in zwei Seniorenheimen gibt es drei Positivbefunde.

Nach Angaben des Landratsamtes Leipzig resultieren viele Infektionen aus Kontakten um den 3. Oktober etwa bei Festen, Feiern oder Veranstaltungen. Aktuell sei auch eine Grundschule in Borna betroffen, wo etwa 20 Kinder und einige Lehrer in Quarantäne sind. «Bitte seien Sie weiterhin umsichtig, um die erworbenen Freiheiten zu erhalten», appellierte die Behörde.

In Oschatz (Landkreis Nordsachsen) wurde nach positivem Befund bei einer Lehrerin eine ganze Förderschule in Quarantäne versetzt. Zwölf Mädchen und Jungen aus verschiedenen Klassen sowie eine Hortnerin dort seien positiv getestet worden. Seit Dienstag war bereits die fünfte Klasse betroffen. Das Landratsamt hofft, dass die bevorstehenden Herbstferien bei der Unterbrechung von Infektionsketten helfen.

Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft haben unterdessen ein neues Verfahren entwickelt, um Infektionen künftig schneller nachzuweisen. Statt bisher minimal vier Stunden braucht die Auswertung damit nach ihren Angaben nur noch 40 Minuten, der Nachweis einer Infektion sei zudem ohne komplexe und kostspielige Analysegeräte möglich. Das Testmobil soll noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Es könne beim Einlass vor Veranstaltungen oder Untersuchungen an Schulen und Betrieben genutzt werden. Pro Stunde seien bis zu 100 Tests möglich, wobei anstelle eines Abstrichs auch eine Mundspülung reiche.

Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Reimund Neugebauer, sprach von einem «historischen Tag im Kampf gegen Corona». Das neu entwickelte Verfahren sei ein wichtiger Schritt, um der Verbreitung Sars-Cov-2 wirksam zu begegnen.

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