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Coronavirus in Sachsen: Bisher keine weiteren Fälle

03.03.2020 - Das Coronavirus breitet sich weiter aus - am Montag wurde ein erster Fall in Sachsen bekannt. Tests aus dem Umfeld des Infizierten sind vorerst negativ. Weitere Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet.

  • Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der ersten nachgewiesenen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Sachsen sind alle weiteren Tests bisher negativ ausgefallen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden bekanntgab, waren 34 Mitreisende des 67 Jahre alten Infizierten aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ohne entsprechenden Befund auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Die Betroffenen befänden sich nun bis zum 16. März in Isolation. Auch die Tests von zwei ebenfalls im Bus mitgereisten Dresdnern sowie eines Reisenden aus dem Erzgebirge fielen negativ aus.

Der 67-Jährige hatte an einer Busreise nach Italien teilgenommen. Bei dieser Reise hatte sich offenbar auch ein Mann aus der Region Hannover angesteckt. Nach Angaben des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vom Dienstagabend wurden 21 Kontaktpersonen des 67 Jahre alten Infizierten ermittelt - 16 Tests waren bisher ohne Befund, für fünf Kontaktpersonen werden die Ergebnisse am Mittwoch erwartet. Hinzu kommen nach Angaben des Landratsamtes noch drei neue Verdachtsfälle aus dem Kreis, sie werden derzeit auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.

Dem 67-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend gut, er sei derzeit ohne Symptome und befinde sich in häuslicher Quarantäne, sagte die Gesundheitsministerin. Sie dankte den Betroffenen für das Verständnis. «Die Maßnahme ist unumgänglich.»

Die Gesundheitsministerin kündigte zudem an, dass der aus dem Jahr 2016 stammende Pandemieplan derzeit überarbeitet und aktualisiert werde. Er soll am Donnerstag im Internet veröffentlicht werden. Zudem hat das Ministerium ein zusätzliches Bürgertelefon für Fragen zum Coronavirus geschaltet. In den vergangenen Tagen hätte es «unendlich viele Anfragen» aus der Bevölkerung gegeben, etwa zum Anlegen von Vorräten oder wie wichtig das Tragen eines Mundschutzes sei. Köpping betonte erneut, dass es weder Grund für Panik noch für Hamsterkäufe gebe. 80 Prozent der Infektionen verliefen mild und symptomfrei.

Unterdessen rief die Landesärztekammer in Sachsen dazu auf, unnötige Arztbesuche zu vermeiden. «Ich kann die Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger verstehen. Doch jeder Arztbesuch, der ‎verschoben werden kann, entlastet das Praxispersonal und schafft Ressourcen für dringende Fälle», erklärte Kammerpräsident Erik ‎Bodendieck. Er verwies darauf, dass ein Arzt reguläre Patienten abweisen dürfe, wenn er durch die zahlreichen ‎Corona-Verdachtsfälle seine Praxistätigkeit sonst nicht aufrechterhalten könne.

Patienten, die eine Infektion mit dem Coronavirus vermuten, sollten auch von der Möglichkeit Gebrauch machen, telefonisch einen Arzt zu kontaktieren. Über die Servicenummer 116117 erhielten Anrufer die wichtigsten Informationen ‎und Hinweise, wie sie sich im Verdachtsfall verhalten sollen, so Bodendieck.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat weitreichende Folgen auch in Sachsen: So wurde am Dienstag die Leipziger Buchmesse abgesagt. Zu der Entscheidung kamen Stadt und Messeleitung gemeinsam. Es sei eine Maßnahme zur Prävention. Die Frühlingsschau der Buchbranche hätte vom 12. bis 15. März stattfinden sollen.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) steht hinter der Entscheidung zur Absage. Die Stadt habe das entschieden, «ich teile diese Einschätzung», sagte Kretschmer am Dienstag nach einer gemeinsamen bayerisch-sächsischen Kabinettssitzung in Hof. Der Schutz der Bevölkerung habe allerhöchste Priorität. Zugleich rief er zur Besonnenheit auf. «Es gibt keinen Grund für Hysterie und Panik.»

Die meisten Infizierten haben eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom Robert Koch-Institut. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

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