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DRK muss einige Kleiderkammern schließen

22.02.2020 - Für Bedürftige sind Kleiderkammern nahezu unentbehrlich. Doch das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen mit dem größten Netz dieser Kammern musste einige von ihnen aus Kostengründen schließen. Vor allem die Kleidercontainer bereiten Sorgen.

  • Das Logo des Deutschen Roten Kreuzes ist auf rotem Hintergund zu sehen. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo des Deutschen Roten Kreuzes ist auf rotem Hintergund zu sehen. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen hat in den vergangenen zehn Jahren 20 von ehemals landesweit 75 Kleiderkammern und Läden mit gebrauchter Bekleidung für Bedürftige aufgegeben. Es sei nicht mehr möglich gewesen, die Kammern kostendeckend zu betreiben, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich der Deutschen Presse-Agentur. «Die Entscheidung ist uns schwer gefallen, denn das DRK ist für sozial Schwächere da und will helfen. Das ist eine zentrale Aufgabe.» Allerdings dürfe diese Hilfe nicht zulasten anderer Bereiche gehen. Deshalb müsse dort bei den Kosten am Ende zumindest eine Null stehen.

So sind Kranich zufolge die Einnahmen für Kleidung gesunken, die in den Kleiderkammern keine Interessenten finden und die deshalb zur Verwertung etwa an Recyclingunternehmen verkauft werden. Von dem Geld müssten jedoch unter anderem die Mitarbeiter und auch die Raummieten bestritten werden. Zudem sei die Qualität der gespendeten Kleidung schlechter geworden, hieß es.

Unter anderem war aus der Kleiderkammer des Kreisverbandes Löbau in Ostsachsen von steigenden Entsorgungskosten berichtet worden. «Was viele nicht wissen, ist, dass wir die Entsorgung von unbrauchbarer Ware wie Teppichresten, Läufern, Bio-Abfall und was sonst noch in den Altkleidercontainern zu finden ist, zahlen müssen», sagte Silke Seeliger vom DRK-Kreisverband Löbau. «Trotzdem werden wir die Kleiderkammern in Löbau vorerst halten», sagte sie.

Auch im DRK-Kreisverband Chemnitz gibt es ein ähnliches Problem. Im Gegensatz zu den Waren, die von Menschen gebracht werden, sei in den Containern ein steigender Müllanteil zu verzeichnen, hieß es. Die Kleidung sei häufig verschmutzt oder in einem schlechten Zustand. Weil die Händler immer weniger Kunststofftüten in Umlauf bringen, würden die Sachen jetzt auch lose in die Container geworfen.

«Leider nutzen viele sowohl die Kleidercontainer als auch den DRK-Kleiderladen als Müllentsorgungsstelle», hieß es beim Kreisverband Dresden. Die Kleidung sei zum Teil völlig verdreckt und landete mit Haushaltsmüll, benutzten Hygieneartikeln oder auch Bauschutt im Container.

Laut Kranich wird beim DRK überlegt, wie die Kleiderkammern neu organisiert werden können.

In der Kleiderabteilung des Sozialkaufhauses in Dresden gibt es solche Probleme nicht. Die Kleiderspenden würden von den Menschen gebracht oder bei ihnen abgeholt, sagte Projektleiterin Silvia Restel. Trotz des bisher milden Winters sei warme Kleidung gefragt gewesen. «Wir haben immer ein gutes Angebot und die Sachen finden ihre Abnehmer.» Es gebe auch einen Schlussverkauf, bei dem wie in einem «normalen Kaufhaus» die ohnehin niedrigen Preise noch einmal gesenkt werden. «Wir haben zwei Näherinnen und eine Wäscherei. Das funktioniert ganz gut», sagte Restel. Auf Kundenwunsch nehmen die Näherinnen demnach sogar kleinere Änderungen vor.

Auch bei der Heilsarmee in Dresden bringen die Spender die Kleidung selbst vorbei, so dass die Mitarbeiter gleich einen Blick auf deren Zustand werfen können. Es müsse nur selten etwas entsorgt werden, sagte Christin Rumpelt von der Heilsarmee. Der Container vor dem Haus sei abgeschafft worden, nachdem er von Unbekannten aufgebrochen worden war.

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