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Doppelmord: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

12.08.2020 - Im Prozess zu einem Doppelmord vor 25 Jahren in Chemnitz soll der Tatverdächtige nach Ansicht der Staatsanwaltschaft lebenslang hinter Gitter. Am letzten Verhandlungstag am Mittwoch forderte der Anklagevertreter vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Chemnitz eine Verurteilung des 53-Jährigen wegen Mordes. Der Prozess habe die Schuld des Vietnamesen bewiesen, so Staatsanwalt Stephan Butzkies. Der Angeklagte habe Ende Juli 1995 zwei Landsleute «mit absolutem Vernichtungswillen» getötet. Motiv sollen illegaler Zigarettenhandel, Schutzgelderpressung und Schulden gewesen sein.

  • Ein wegen zweifachen Mordes angeklagter Mann (M) wird im Landgericht Chemnitz über eine Treppe von Justizbeamten zum Verhandlungssaal geführt. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein wegen zweifachen Mordes angeklagter Mann (M) wird im Landgericht Chemnitz über eine Treppe von Justizbeamten zum Verhandlungssaal geführt. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Verteidigung hingegen beantragte Freispruch für den Angeklagten. Aus Sicht von Anwalt Jürgen Saupe würden die am Tatort gefundenen Spuren seines Mandanten nicht dessen Tatbeteiligung beweisen. Überdies seien Beweisstücke verschwunden und Zeugen hätten sich wegen des langen Zeitraums nicht mehr an Details erinnern können. Sein Mandant sei zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung gewesen und nicht an der Tat beteiligt gewesen.

Nach den Plädoyers wollte die Kammer überraschend noch einmal in die bereits geschlossen Beweisaufnahme einsteigen. Grund ist, dass eine Zuschauerin während der Verhandlung unerlaubt Videoaufnahmen gemacht hat. Die Frau entpuppte sich bei der Überprüfung ihrer Personalien durch die Vorsitzende Richterin als Lebensgefährtin des Angeklagten. Diese hatte zuvor bereits als Zeugin gehört werden sollen. Dies sollte nun vor der erwarteten Urteilsverkündung nachgeholt werden.

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