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Dresdner Musikfestspiele abgesagt

16.04.2020 - Mit den Dresdner Musikfestspielen fällt das bekannteste ostdeutsche Klassikfestival dem Conoravirus zum Opfer. Intendant Jan Vogler ist aber schon voller Ideen, damit es im Mai nicht gänzlich still bleibt.

  • Die Gäste sitzen im Kulturpalast Dresden während eines Konzerts auf ihren Plätzen. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Gäste sitzen im Kulturpalast Dresden während eines Konzerts auf ihren Plätzen. Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Dresdner Musikfestspiele sind wegen der Corona-Krise abgesagt worden - erstmals in ihrer mehr als vier Jahrzehnte umfassenden Geschichte. Die Festspiele wollen aber kreative Wege finden, «auch in dieser schweren Zeit ihr wunderbares Publikum zu erreichen und den Ruf Dresdens in der Welt weiter zu stärken», versicherte Intendant Jan Vogler am Donnerstag.

Einige Höhepunkte der diesjährigen Ausgabe, die unter dem Motto «Inspiration Natur» vom 12. Mai bis 12. Juni stattfinden sollte, werden 2021 nachgeholt, hieß es. Zudem plant Cellist Vogler mit Künstlerkollegen ein Live-Programm, das im Internet übertragen wird. Der in New York und Dresden lebende Musiker hatte schon Ende März mit der Initiative «Music Never Sleeps NYC» als Antwort auf Corona für Furore gesorgt.

Vogler bedauerte die Absage. Man habe in den vergangenen Wochen noch mit viel Optimismus an der Vorbereitung gearbeitet. Als die Absage dann aber unabänderlich war, habe er keine schönen Stunden erlebt, sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in New York. Die Künstlerinnen und Künstler, die nun nicht nach Dresden kommen können, seien sehr verständnisvoll: «Allen war ja nach der Entwicklung zuletzt auch klar, dass ein Festival angesichts der Pandemie gerade und Mai und Juni nicht möglich sein wird. Alle verstehen das.» Vogler zufolge kommt es nun darauf an, die Durststrecke bis 2021 gut zu überstehen. Es gebe ermutigende Signale, dass Sachsen, der Bund und auch andere Partner der Musikfestspiele ihre Fördermittel nicht zurückfordern. «Wenn eine Patient wie die derzeitige Musikszene durch diese schwere Zeit gebracht werden muss, dann braucht er 2021 eher Kurbedingungen als Sparmaßnahmen. Die wären für einen angeschlagenen Patienten gar nicht gut», sagte der Intendant. Deshalb gehe es im kommenden Jahr auf alle Fälle um Stabilität. Dank guter Partner könne man dieses Jahr ohne größere Katastrophen überstehen.

«Gerade jetzt ist es wichtig, weit vorauszuschauen. Dresden ist eine Musik- und Festivalstadt und im Charakter eine ausgeprägte Kulturstadt», betonte der Intendant. Man wolle trotz der Umstände der Aufgabe gerecht werden, «durch Musik das menschliche Zusammenleben zu harmonisieren und zu inspirieren».

Damit die 43. Dresdner Musikfestspiele nicht ersatzlos ausfallen, arbeitet das Festivalteam nun mit «Music Never Sleeps NYC» an einem Livestream-Festival, das mit Künstlern aus aller Welt Festspielatmosphäre in die Wohnzimmer tragen soll. Für Mai wurden nähere Informationen angekündigt.

«Die Absage der Dresdner Musikfestspiele macht uns alle traurig, jedoch reiht sie sich in die Absage von Festivals deutschland- und europaweit ein», erklärte Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Angesichts der weltweiten Pandemie gingen Verzicht und Rücksichtnahme vor. Klepsch bedankte sich bei Künstlern und Fans für ihr Verständnis.

Die Dresdner Musikfestspiele wollten sich in diesem Jahr von der Natur anregen lassen. 63 Konzerte waren geplant. Ein Schwerpunkt blieb dem Werk Beethovens zu seinem 250. Geburtstag vorbehalten. Als Gäste wurden unter anderem die New Yorker Philharmoniker, Pianist Murray Perahia mit der Academy of St Martin in the Fields, Countertenor Philippe Jaroussky und die Philharmoniker aus St. Petersburg erwartet. Das Finale sollte Rockmusiker Sting bestreiten.

Bereits gekaufte Tickets für die Musikfestspiele können ab sofort in Gutscheine umgewandelt, zugunsten des Festivals gespendet oder zurückerstattet werden.

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