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Kindesmissbrauch per Dating-Plattform: Plädoyers vertagt

13.06.2019 - Dresden (dpa) - Der Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen einen Mann aus Mecklenburg-Vorpommern und seine Ex-Freundin am Landgericht Dresden dauert länger als geplant. Die ursprünglich für Donnerstag angekündigten Plädoyers sollen nun am 20. Juni in nicht-öffentlicher Sitzung gehalten, das Urteil am Tag danach verkündet werden. Am Donnerstag stellten zwei Sachverständige dem Gericht ihre Gutachten vor.

  • Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf Sand auf einem Spielplatz. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf Sand auf einem Spielplatz. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Demnach habe der wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagte und einschlägig vorbestrafte 34-Jährige aus Malchow einen Hang zu solchen Taten. Der Experte sah die Voraussetzungen für Pädophilie erfüllt. Der Mann sei «dissozial, auf sich bezogen und rücksichtslos», lehne Therapie ab und habe keinen Plan für sein Leben.

Bei der der Beihilfe beschuldigten Frau liegt laut Gutachten eine wiederkehrende depressive Störung vor. Die Dresdnerin wird als unsicher und überfordert beschrieben, mit gestörter Mutter-Kind-Beziehung.

Der Mann soll über eine Dating-Plattform gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern in Sachsen aufgenommen haben, um sich an deren Töchtern zu vergehen. Die letzte Ex-Freundin soll ihm auf Wunsch kinderpornografische Fotos und Videos ihrer ein und vier Jahre alten Töchter geschickt und die Mädchen auf den Missbrauch vorbereitet haben. Er war Ende Oktober 2018 gefasst worden.

Der Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil ein Amtsgericht in Mecklenburg-Vorpommern den Mann erst kurz zuvor wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt hatte. Er blieb auf freiem Fuß, weil der Richterspruch noch nicht rechtskräftig war. Beide Angeklagte haben die Vorwürfe vor Gericht zugegeben. Der Prozess läuft zum Schutz der betroffenen Kinder zum Teil hinter verschlossenen Türen.

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