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Dulig: Sachsen braucht Fachkräfte aus dem In- und Ausland

24.05.2019 - Sachsen will ein Anziehungspunkt für kluge Köpfe sein. Noch gibt es zwar keinen flächendeckenden Mangel an gut ausgebildeten Facharbeitern. Doch in manchen Branchen ist der Bedarf schon groß.

  • Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) will dem Fachkräftemangel mit einer gesteuerten Zuwanderung begegnen. «Wir wollen den Anteil ausländischer Beschäftigter in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bis 2030 von derzeit vier Prozent auf acht Prozent verdoppeln», sagte er am Freitag bei einer Regierungserklärung im Landtag. Das setze aber Neugier und Aufgeschlossenheit voraus, womit Sachsen noch ein Defizit habe. Der Freistaat müsse ein «Land von Welt» sei. Neben der klassischen Zuwanderung gehe es aber auch um die Gewinnung und Rückgewinnung von Fachkräften aus anderen Bundesländern.

Laut Dulig fehlen dem sächsischen Arbeitsmarkt nach heutigen Prognosen bis 2030 mehr als 320 000 Erwerbspersonen. Das ist ein Rückgang von rund 14 Prozent, in einigen Regionen soll er sogar bei über 20 Prozent liegen. «Jeder fünfte Beschäftigte geht in den nächsten zehn Jahren im Freistaat in Rente», sagte Dulig. Sachsen habe schon heute den höchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer. Im Vorjahr hätten mehr als 40 Prozent der sächsischen Betriebe offene Stellen für Fachkräfte gemeldet: «Davon konnte fast ein Viertel nicht mehr besetzt werden.»

Der Minister stellte die Erfolge bisheriger Bemühungen in den Mittelpunkt seine Rede. Allerdings stellte er auch die Voraussetzung für eine erfolgreiche Werbung klar: gut bezahlte Jobs.

Die Linken bezeichneten Dulig als «Ankündigungsminister» und warfen ihm Versäumnisse vor. Sachsen habe bundesweit die geringste Tarifbindung, die längsten Arbeitszeiten und die niedrigsten Löhne, sagte der Abgeordnete Nico Brünler: «Dulig will seit 2014 die Tarifbindung stärken, sie hat aber einen neuen Tiefstand erreicht.» Brünler monierte, dass es weder verbindliche Standards noch Konzepte für die Berufsorientierung gebe. Gleiches gelte für eine zentrale Berufsschulnetzplanung, außerdem würden hier Lehrkräfte fehlen. Um die Fachkräfte-Lücke zu schließen, brauche man ferner eine öffentliche und soziale Infrastruktur, die Lebensqualität bringt.

Nach den Worten des Grünen-Politikers Gerd Lippold wird der Fachkräftemangel zur «wahrscheinlich größten Existenzbedrohung für viele, gerade kleine und mittlere Unternehmen, von denen Sachsen geprägt ist». Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik bedeute zunächst Investition in attraktive Lebensverhältnisse.

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