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Dynamo will spielen und wehrt sich gegen Streik-Gerüchte

13.05.2020 - Die Corona-Krise hat Dynamo Dresden bisher mindestens 2,5 Millionen Euro gekostet. Der Club machte aber am Mittwoch klar: Einen Abbruch soll es auf keinen Fall geben, man wolle eine sportliche Entscheidung.

  • Außenansicht des Rudolf-Harbig-Stadions. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Außenansicht des Rudolf-Harbig-Stadions. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dynamo Dresden hofft auf die Solidarität der Fußball-Zweitligisten und will die Saison auf jeden Fall sportlich entscheiden. Sportchef Ralf Minge stellte am Mittwoch in Dresden klar, dass sich der Club vehement gegen einen Abbruch der Spielzeit stemmt. Allerdings erhoffe man sich aufgrund der nach zwei positiven Corona-Tests verhängten Quarantäne eine weitere Spielverlegung.

Konkret soll für das am 26. oder 27. Mai geplante Spiel bei Tabellenführer Arminia Bielefeld ein neuer Termin gefunden werden. Die Dynamo-Profis stehen bis zum 23. Mai unter häuslicher Quarantäne und hätten zu wenig Zeit für ein ausreichendes Mannschaftstraining. «Dort sind wir in der Diskussion und haben Unterstützung von anderen Vereinen. Es wird die nächsten Tage Thema sein, einen verträglichen Konsens zu finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dort an den Start gehen können», sagte Minge.

Derzeit können sich die Spieler nur zu Hause fit halten. Dafür wurden sie vom Club mit Spinning-Rädern versorgt. «Unter einem fairen Wettbewerb verstehe ich nicht, wenn man drei Tage nach der Quarantäne wieder in ein Meisterschaftsspiel gehen muss. Man muss schon einige Tage Mannschaftstraining haben», sagte Finanzchef Michael Born. Man arbeite an einer verträglichen Lösung mit der DFL.

Minge stellte zudem klar, dass man einen Abbruch der Saison auf jeden Fall vermeiden will. «Man darf bei der Betrachtung unserer Situation nicht nur auf die Tabelle schauen. Seit der Winterpause haben nur vier Mannschaften mehr Punkte geholt», sagte der 59-Jährige. «Wir wollen das Thema sportlich regeln.» Zudem arbeite man daran, dass die bis Ende Juni ausgeliehenen Spieler bei Bedarf auch im Juli noch in Dresden sein werden.

Am Dienstag hatte es ein Gespräch zwischen DFL-Vertretern und Dynamo-Bossen gegeben. Darin wurde der Club mit den Vorwürfen konfrontiert, die Liga zu spät über die positiven Tests informiert zu haben. «Wir hatten keinen Einfluss auf die Entscheidung des Amtes, haben uns penibel an die Vorgaben gehalten. Wir haben alles getan, um uns auf die Rückkehr in den Spielbetrieb vorzubereiten und hatten auch das Quarantäne-Hotel bereits gebucht», sagte Born.

Bereits zuvor hatten die Spieler in einer Mitteilung einen Medienbericht dementiert, wonach einige Profis aus Angst vor einer Ansteckung oder Weiterverbreitung des Coronavirus mit einem Streik gedroht hätten. «Diese Formulierung und die latenten Vorwürfe samt aller Verschwörungstheorien, wir wollten mit unserem Verhalten einen Saisonabbruch herbeiführen, sind stigmatisierend, erfunden und eine bodenlose Frechheit. Die Formulierung «Streik» ist ein unglaublicher Skandal, weil wir als Mannschaft und alle, die Dynamo Dresden lieben, diffamiert werden», heißt es in einer vom Zweitliga-Team unterzeichneten Mitteilung vom Mittwoch.

Die «Sport Bild» (Mittwoch) hatte berichtet, dass mindestens sechs Spieler, darunter Familienväter, nicht mehr trainieren wollten, weil «die Lage in Dresden außer Kontrolle geraten war». Dazu sagte Minge: «Wir bewegen uns auch auf einer emotionalen Ebene. Wir haben zwei junge Väter, drei sind in freudiger Erwartung des ersten Kindes. Das sind Sachen, die die Jungs bewegen, es sind viele Fragen gestellt worden. Unser Arzt hat sich viel Zeit genommen, um die Fragen zu beantworten. Es stand nie im Raum, dass ein Spieler sagt, ich tue mir das nicht an.»

Was sich Finanzchef Born dagegen antun muss, ist der Blick auf das Finanzloch, dass die Corona-Krise bisher hinterlassen hat. «Die Dauerkarten-Verluste betragen 1,15 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 1,4 Millionen Euro von Sponsoren», sagte Born. Wobei man von einigen Sponsoren gute Signale erhalten habe, dass auf Rückforderungen verzichtet werde. Müsste die kommenden Saison ohne Zuschauer gespielt werden, hätte Dynamo Mindereinnahmen von 4,5 Millionen Euro. Aufgrund seiner Rücklagen ist der Club wirtschaftlich allerdings nicht in Gefahr.

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