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Ende für DDR-Züge: 2023 E-Züge zwischen Chemnitz und Leipzig

27.09.2019 - Bahnreisende sollen in absehbarer Zeit komfortabler als bisher mit dem Regionalexpress zwischen Chemnitz und Leipzig fahren. Der «Museumszug» wird von 2023 an durch Elektrozüge abgelöst. Dafür greift der Zweckverband tief in die Tasche.

  • Ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) fährt in den Hauptbahnhof Chemnitz. Foto: Jan Woitas/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) fährt in den Hauptbahnhof Chemnitz. Foto: Jan Woitas/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Chemnitz (dpa/sn) – Das Ende von DDR-Zügen auf der Fahrt von Chemnitz nach Leipzig ist in Sicht. Von 2023 an sollen zwischen den beiden sächsischen Großstädten moderne Elektrozüge fahren. Der Zweckverband
Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) hat am Freitag auf seiner Verbandsversammlung den Kauf von elf batteriebetriebenen Zügen vom Typ Alstom Coradia Continental beschlossen. Für die Beschaffung der Züge nimmt der Zweckverband einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro auf, teilte der ZVMS mit.

Die Linie RE6 zwischen Chemnitz und Leipzig ist für Bahnreisende ein Dauerärgernis. Neben Verspätungen und Zugausfällen wird vor allem die veraltete Technik kritisiert. Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) bedient die Strecken mit Waggons der früheren Deutschen Reichsbahn aus DDR-Zeiten, die weder barrierefrei noch klimatisiert sind. «Im Grunde kann man es gar nicht fassen, dass es sowas noch gibt», hatte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) bei einem Bürgerforum gesagt und von einem «Museumszug» gesprochen.

Kürzlich hatte der Hinweis auf einer Anzeigetafel im Leipziger Hauptbahnhof für Aufsehen gesorgt: Statt Chemnitz prangte dort der frühere Name Karl-Marx-Stadt als Zielort. Zu diesem Zeitpunkt wurden die alten Wagen von einer Diesellok aus Reichsbahn-Zeiten gezogen.

Die neuen Züge sind mit Batterien auf den Dächern ausgestattet, die jeweils in den Endbahnhöfen Chemnitz und Leipzig über normale Stromabnehmer aufgeladen werden sollen. Die Ladezeit beträgt den Angaben zufolge rund 30 Minuten. «Sobald die Strecke Chemnitz-Leipzig ausgebaut und elektrifiziert ist, wird das Prinzip Hochleistungsbatterie überflüssig. Die Züge fahren dann mit den üblichen Stromabnehmern», teilte der ZVMS mit.

Die zentrale Bahnstrecke wird wohl erst in frühestens zehn Jahren elektrifiziert sein. «Über eines sollten wir uns sicher sein: Ein Zeitziel wird mit Sicherheit Ende der 2020er, Anfang der 2030er Jahre sein», hatte der frühere Konzernbevollmächtigte für die Region Südost, Eckart Fricke, erklärt.

Bis dahin sollen die Züge mit Strom aus Batterien fahren. Laut Zweckverband beträgt die Höchstgeschwindigkeit 160 Kilometer pro Stunde und damit 20 km/h mehr als bei den jetzigen Zügen. Die Fahrzeit werde sich um einige Minuten verringern, hieß es. Vorgesehen ist, dass tagsüber zwei Triebwagen gekoppelt werden und somit 300 Sitzplätze zur Verfügung stehen. «Die Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig wird dadurch spürbar schneller, komfortabler und umweltfreundlicher», sagte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus.

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