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Freundeskreis warnt vor Zerschlagung der Weißen Flotte

13.07.2020 - Die Sächsische Dampfschiffahrt GmbH ist insolvent und wird in Eigenverwaltung weiter saniert. Parallel aber läuft die Investorensuche. Nun fürchtet der Freundeskreis um die Weiße Flotte.

  • Der historische Schaufelraddampfer «Dresden» und die Salonschiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der historische Schaufelraddampfer «Dresden» und die Salonschiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die insolvente Sächsische Dampfschiffahrt GmbH braucht Geld und sucht Investoren. Der Verein «Weiße Flotte Dresden - Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt» fürchtet, dass die «älteste und größte Raddampferflotte der Welt» zerschlagen werden könnte und will nun Geld für deren Erwerb sammeln. Die Zahl der Interessenten an der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS) liegt «zwischen eins und zehn», wie ein Sprecher am Montag auf Anfrage sagte. Details nannte er mit Verweis auf den laufenden Prozess nicht. Der Freundeskreis ruft Landes- und Kommunalpolitik zur Unterstützung sowie zu Spenden auf, um die Weiße Flotte zu erwerben. Dafür sei eine mittlere einstellige Millionensumme nötig. Bis zum Zuschlag blieben aber nur noch sechs bis höchstens acht Wochen.

In einer Erklärung forderte der Verein den Freistaat, die Landeshauptstadt Dresden und die anderen Gemeinden im Fahrgebiet auf, sich aktiv zu engagieren. Bei einem Zuschlag an den oder die oft «rein profitorientierten» Meistbietenden drohe die Zerschlagung der Raddampferflotte. Sie gehöre aber nicht in private, sondern in staatliche oder kommunale Hände. Die Insolvenz zeige, dass private Eigentumsverhältnisse eines «fahrenden Museums» ungeeignet sind.

Die nach zwei Niedrigwasser-Perioden in die roten Zahlen gerutschte SDS ist seit Juni in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb wird weitergeführt. Eigentümer der GmbH & Co. KG sind knapp 500 Kommanditisten mit unterschiedlichen Anteilen, der Freistaat ist mehrheitlich an der GmbH als persönlich haftender Gesellschafter beteiligt. Das operative Geschäft führt die KG. Die Flotte besteht aus neun zwischen 1879 und 1929 gebauten historischen Raddampfern sowie zwei modernen Fahrgastschiffen.

Nach Vorstellungen der SDS soll im September Klarheit zur Zukunft herrschen. Entscheidend für einen Verkauf sei eine Kombination aus dem Kaufpreis und einem Konzept mit einer Perspektive, sagte der Sprecher. «Alle vereint der Wille, die älteste Dampfschiffahrt der Welt und die Arbeitsplätze bei der SDS zu erhalten.»

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