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Gebhardt an Spitze der Linken-Landesliste gewählt

14.04.2019 - Rico Gebhardt führt die Landesliste der sächsischen Linken zur Landtagswahl an. Bei der Wahl der aussichtsreichen vorderen Listenplätze folgten die Delegierten nicht immer den Vorschlägen der Parteispitze.

  • Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der Linken im sächsischen Landtag. Foto: Sebastian Willnow © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der Linken im sächsischen Landtag. Foto: Sebastian Willnow © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leipzig (dpa/sn) - Die sächsische Linke hat erfahrenes Personal auf die Top-Plätze ihrer Landesliste zur Landtagswahl gesetzt. Als Spitzenkandidaten wählten rund 250 Delegierte am Samstag wie schon 2014 Rico Gebhardt auf Platz eins. Der 55 Jahre alte Fraktionschef im Landtag erhielt ohne Gegenkandidaten 77,6 Prozent der Stimmen. Eine Vorschlagsliste der Parteispitze für die 20 aussichtsreichsten Listenplätze ging allerdings nicht ganz ohne Verschiebungen durch.

Gebhardt kritisierte als Herausforderer von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dessen Partei scharf. «Die CDU hat in drei Jahrzehnten Regierung das Land in ein dichtes Netz von Baustellen verwandelt. Dauerbaustellen», sagte Gebhardt. Die Linke werde nicht als «Mehrheitsbeschaffer für irgendwelche Koalitionen» zur Verfügung stehen. Jedes Prozent mehr für die Linken sei ein Prozent weniger für mögliche Mehrheitsbeschaffer der CDU.

Als Kernteam um den Spitzenkandidaten, das im Wahlkampf zur Landtagswahl am 1. September besonders präsent sein soll, hat die Linke ein weibliches Quartett ausgeguckt: die Sozialexpertin Susanne Schaper, Parteichefin Antje Feiks, die Landtagsabgeordnete Sarah Buddeberg und Marika Tändler-Walenta, die neu für das Landesparlament kandidiert.

Schaper (41) wurde mit 77 Prozent auf den zweiten Listenplatz gewählt. Parteichefin Antje Feiks musste mit nur 60,6 Prozent für Listenplatz 3 einen Dämpfer hinnehmen. Die 40-Jährige verantwortet die Vorschlagsliste des Landesvorstands für die ersten zwanzig Listenplätze, die innerparteilich umstritten war. Buddeberg wurde statt auf Platz vier auf den Listenplatz sechs gewählt. Tändler-Walenta geht auf Platz fünf ins Rennen. Dazwischen schob sich der 29-jährige Marco Böhme auf den vierten Listenplatz.

Die Vorschlagsliste des Landesvorstands war stark quotiert. Die Linken haben sich Verjüngung auf die Fahnen geschrieben und auf strengen Regionalproporz geachtet. Das führte dazu, dass sich sechs bisherige Landtagsabgeordnete nicht unter den Vorschlägen wiederfanden - darunter die Sprecherin für Strukturwandel, Jana Pinka, oder der Innenpolitikexperte Enrico Stange. Zwar macht sich die Linke auch Hoffnungen auf Direktmandate, vor allem in den Großstädten. Aber ob das klappt, muss sich erst zeigen.

Für die erste Verschiebung sorgte die Leipzigerin Jule Nagel. Die asylpolitische Sprecherin, die 2014 das einzige Direktmandat für die Linke gewonnen hatte, stand nicht auf der Liste, kandidierte - und wurde auf Platz 15 gewählt. Die Gleiche gelang René Jalaß, der unter großem Beifall der Delegierten auf Platz 14 gesetzt wurde. Auch die Haushaltsexpertin Verena Meiwald eroberte mit Rang 19 einen Platz, der Chancen für die Wiederwahl in den Landtag bietet.

Derzeit ist die Linke mit 27 Abgeordneten im sächsischen Landtag vertreten. Umfragen sagen der Partei für die Landtagswahl ungefähr 17 Prozent voraus. Die Linke erwartet, dass sie zwischen 22 und 25 Mandate erringen kann.

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