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Großteil Deutschlands: Leben nach Mauerfall besser geworden

07.11.2019 - Zu Jahrestagen wird oft Bilanz gezogen. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls gibt es nun ein aktuelles Stimmungsbild.

  • Jubelnde Menschen sitzen mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer am 11.11.1989. Foto: dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jubelnde Menschen sitzen mit Wunderkerzen auf der Berliner Mauer am 11.11.1989. Foto: dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa) - Durch den Mauerfall vor 30 Jahren ist das Leben in Deutschland für eine große Mehrheit laut einer neuen Umfrage besser geworden. 74 Prozent bejahen dies - gleichermaßen in Ost und West, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ergab. Die Angaben von 1013 Menschen wurden am Dienstag und Mittwoch dieser Woche zusammengetragen.

Die friedliche Revolution vom Herbst 1989 empfinden 76 Prozent der Menschen als Glücksfall, so die Umfrage. In Ostdeutschland sehen das 81 Prozent der dort Befragten so, im Westen knapp 75 Prozent.

Aktuell denken aber laut Umfrage 41 Prozent, dass die Unterschiede zwischen den Menschen in Ost- und Westdeutschland gegenüber Gemeinsamkeiten überwiegen. Im Westen geben dies 36 Prozent der Befragten an, im Osten sind es mit 62 Prozent fast doppelt so viele.

Rund jeder Zweite meint jedoch, dass die Gemeinsamkeiten stärker sind als die Unterschiede (52 Prozent). Bei den im Westen Befragten finden dies 55 Prozent, im Osten 36 Prozent.

Angesichts der Ost-West-Debatten sei es ermutigend, dass die Mehrheit die friedliche Revolution und den Mauerfall als Glück sehe, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung, Anna Kaminsky.

Zugleich werde deutlich, dass viele Ostdeutsche nicht das Gefühl haben, im vereinten Deutschland angekommen zu sein, so Kaminsky. «Das hat viel mit den hohen Erwartungen an das Leben in der Demokratie und den tatsächlichen Erfahrungen und Enttäuschungen zu tun.» Zudem dürften die Nachwirkungen des Lebens in der Diktatur nicht unterschätzt werden.

Enttäuschung dürfe aber nicht dazu führen, die 1989 errungenen demokratischen Rechte und Freiheiten geringzuschätzen, betonte die 57-Jährige. «Das Recht zu reisen, zu wählen und die eigene Meinung frei zu äußern, diese entscheidenden Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie werden heute zu wenig wahrgenommen.» Der Jahrestag des Mauerfalls mahne auch, die Erinnerung an die Teilung nicht der Verklärung und Geschichtsklitterung zu überlassen.

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