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Gut sechs Jahre Haft für Trainer wegen sexuellen Missbrauchs

09.07.2020 - Trainer im Kinder- und Jugendbereich genießen meist das Vertrauen ihrer Schützlinge und deren Eltern. Das war bei einem Kampfsportler in Dresden auch der Fall. Doch dieser hat das über Jahre missbraucht.

  • Eine Statue der Justitia hält die Waage. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justitia hält die Waage. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Kampfsport-Trainer ist in Dresden wegen sexuellen Missbrauchs in 38 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der 50-Jährige in zehn Fällen Kinder und Jugendliche schwer sowie in 28 Fällen missbraucht hat, darunter auch Schutzbefohlene. Damit blieben die Richter unter der Rahmen einer sogenannten Verständigung verabredeten Strafobergrenze. Sie rechneten dem Angeklagten dessen umfassendes Geständnis zum Prozessauftakt positiv an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Dresdner hatte zugegeben, sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen vorgenommen zu haben. Damit ersparte er den Opfern eine Aussage vor Gericht. Nach Überzeugung des Gerichts hat sich der Aikido-Trainer über mehr als zehn Jahre nahezu ungestört an elf ihm anvertrauten Minderjährigen ab Grundschulalter vergangen, die in seinen Kampfsportgruppen trainierten. Die sexuell motivierten Übergriffe reichten vom bloßen Berühren bis zu Oral- und Analverkehr. Der «Erlebnispädagoge» ist seit Oktober 2019 in Untersuchungshaft.

Ein heute 17-Jähriger hatte die Ermittlungen gegen den Mann ins Rollen gebracht und bei der Polizei ausgesagt, über sieben Jahre immer wieder auch schwer missbraucht worden zu sein. Der Angeklagte hatte vor Gericht angegeben, dass ihm zwar die Strafbarkeit, nicht aber die schweren Folgen seines Tuns für die Betroffenen bewusst waren. Er habe «ein Stück seine Augen verschlossen», befand der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel.

Der Angeklagte war sozial integriert, teils mit den Eltern von Schützlingen befreundet. Er sei eine Vaterfigur und Jemand gewesen, «der mit Menschen gut kann», sagte Ziegel. Dieses Vertrauen habe er missbraucht.

Der Aikidō-Lehrer, der an Grund- und Oberschulen, einer Schule für geistig behinderte Menschen sowie später an einer eigenen Kampfsportschule Kinder und Jugendliche trainierte, soll auch Taten gefilmt haben. Er war verhaftet worden, nachdem sich der 17-Jährige einer Lehrerin anvertraut hatte. Für den schwer traumatisierten Jugendlichen war laut Ziegel eine Zeugenbefragung vor Gericht unzumutbar.

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